Eifersucht

Eifersucht ist die unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten.

– Ambrose Bierce

Ambrose: „…wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten.“

Das ist die Sprache eines Händlers, eines Geschäftsmanns, der vom Bestreben nach Maximierung seines Gewinns getrieben ist und alles übrige in seinem Wert, diesem unterordnet. Wer so denkt, bewegt sich auf der Ebene des Handels, aber nicht in den Höhen der Liebe.

Ambrose: „…nicht lohnt, es zu halten,“

Mit dieser Formulierung setzt du voraus, daß wir überhaupt die Macht hätten, einen Menschen (oder sogar die Liebe auf-) halten zu können. Das ist ja, wie… mit einem Fischernetz das Meerwasser einfangen und halten wollen. 😮 Liebe ist unfaßbar. 

Eifersucht und Liebe schwingen nicht in der selben Oktave. 

  • In der Eifersucht… (einem Kind der Angst) schwingen wir in den niedrigsten Frequenzen.
  • In der Liebe… schwingen wir in den höchsten.

Beides gleichzeitig geht nicht. Entweder sind wir in Angst, oder wir sind in Liebe.

Eifersucht und Liebe können sich nicht
begegnen  sie bleiben einander fremd.

Sufi-Schüler

Sufi, Tanz,

Wo immer der Tanzende mit dem Fuß auftritt, da entspringt dem Staub ein Quell des Lebens. Rumi

🐪 🐪

Man erzählt sich…
Ein Sufi-Meister ritt mit einem seiner Schüler durch die Wüste.
Bei Einbruch der Dunkelheit stießen sie auf eine Karawanserei und beschlossen, dort zu übernachten. Der Meister trug seinem Schüler auf, sich um die Kamele zu kümmern und ging schlafen.
Am nächsten Morgen waren die Kamele fort. Der Schüler hatte sie nicht angebunden.
Der Meister fragte: „Warum hast du die Kamele nicht angebunden?“
Der Schüler: „Du lehrst uns doch, daß wir Allah vertrauen sollen.“
Darauf sagte der Meister: „Ja, es ist richtig, Allah zu vertrauen, doch zuerst binde die Kamele an.

Kunst

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Beeindruckende Kunst. Aber worin besteht die Kunst? In der Bildhauerei, oder…?

Nach kurzer Recherche wegen aufgetretener Skepsis ist anzunehmen, daß ein Künstler namens Marcel Laverdet diese interessante Illusion aus seinem Ärmel gezaubert hat.

Liebe & Imperativ

Diese Anekdote erzählt man sich vom Alten Fritz…

Er war ein bisweilen harscher und unberechenbarer Zeitgenosse!
     Die Bürger hatten also wenig Neigung, ihn irgendwo im Land zu treffen, wußte man doch, daß er mitunter auch inkognito unterwegs war.
     Eines Nachts, ein Bürger war noch in den Straßen der Stadt unterwegs, als dieser weiter hinter sich Schritte hörte, die vom „tack, tack, tack…“ eines Krückstocks begleitet wurden.
     Der Bürger ahnte sofort, wer dort hinter ihm schritt und schlich sich flugs in die Ecke eines Hauseingangs, um nicht vom Schein der Straßenlaterne erfaßt zu werden.
     Die harten Schritte kamen immer näher und plötzlich stand der Verfolger direkt vor ihm.
     „Was denkt er von seinem König?“, fragte dieser unvermittelt mit harter Stimme den verängstigten Mann.
„Er achtet ihn“, antwortete der Mann wahrheitsgemäß, aber leise.
     „Er achtet ihn…“, wiederholte der Alte Fritz und seine Stimme wurde allmählich etwas drohender: „Lieben soll er mich! Lieben soll er mich! Lieben soll er mich!…“
     Und mit jedem: „Lieben soll er mich!“ drischt der König hart mit seinem Krückstock auf seinen armen Untertanen ein…

Selbst ein Kriegsherr und König bleibt beim Einfordern von Liebe erfolglos. Spätestens hier muß er scheitern.

✿  Liebe kann nicht eingefordert werden.alte-fritz_223-3
✿  Frieden kann nicht eingefordert werden.
✿  Vertrauen kann nicht eingefordert werden.

Weisheit

Wir empfangen die Weisheit nicht. Wir müssen sie für uns selbst entdecken im Verlauf einer Reise, die niemand für uns unternehmen oder uns ersparen kann.

– Marcel Proust

Dieses Zitat des Marcel Proust ist interessantes, weil sich damit etwas zur Weisheit sagen läßt:

Er hat Recht damit, wenn er meint, daß wir sie selbst entdecken müssen und zwar unentwegt, daß uns niemand ersparen kann, die Weisheit zu entdecken und sie anzunehmen.

Niemand anderes kann sie für uns finden.
Kein Experte der Welt ist dazu in der Lage.

Das Auftauchen von Weisheit steht aber keineswegs in direktem Zusammenhang mit dem „Verlauf einer Reise“ ! Sicherlich ist die entspannte Atmosphäre einer Reise dienlich, ebenso der günstige Umstand, von den gewohnten Gleisen (auch denen des Verstandes) vorübergehend beurlaubt zu sein.

Ansonsten birgt jeder Moment des Lebens das Potenzial, Weisheit erscheinen zu lassen. Wirklich jeder Moment, jeder Ort und jeder Umstand. Und zwar bar jeder Anstrengung.

Der Satz des Marcel Proust: „Wir empfangen die Weisheit nicht“ ist dagegen nicht zutreffend. Wir können Weisheit nicht machen, nicht tun, nicht beschließen, nicht einmal wollen. Im Gegenteil: Eine rezeptive Haltung, eine Ego-freie, eine offene ist sehr hilfreich, denn:

Wir empfangen die Weisheit.

Weisheit  📌

Der Satz des Pythagoras

Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind, als das Schweigen.

– Pythagoras von Samos

Sehr anspruchsvoll. Doch ist niemandem geholfen, wenn man Unmögliches verlangt.

Auf einer bestimmten Ebene der Reife, oder in einem meditativen Zustand, oder wenn man sich tief in seiner Mitte befindet, bekommen die Worte eine Schwingung, die der Qualität der Stille nahe kommen. Aber eben nur…  nahe kommen. Selbst hier wird noch – wenn auch nahezu in Abwesenheit des Egos – der Verstand gebraucht.

Die wirkliche Stille liegt weit hinter den Worten, liegt noch weit hinter dem Denken.

Was helfen kann,
ist Achtsamkeit.

Achtsamkeit in der Wahl der Worte, achtsam sein in dem, was man sagt, auch in der Wahl der Inhalte und das genaue Hinsehen, wann Stillschweigen angesagt ist – selbst mitten im Gespräch.

Man kann sagen, daß der Stille – gegenüber dem Reden – der weitaus größere Wert zukommt.

Worte, die selbst die Stille noch veredeln, wird es wohl nicht geben. 

Es ist die Gedankenstille, die volle Präsenz, die uns Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort als Große Einladung zur Verfügung steht.

Lüge & Selbstbetrug

„Wir lügen rund 200 Mal am Tag, da ist sich die Wissenschaft         inzwischen ziemlich einig.“   (WAZ-Headline vom 02.11.2012) 

Ist die Wissenschaft inzwischen in einem solchen Zustand?

Selbst einen sehr bekannten unterhaltenden Moderator hörte ich auf die direkte Frage nach seiner persönlichen Einstellung zur Lüge, ausweichend den Blödsinn von den „200 mal am Tag“ wiederholen. Dabei ist es schier unmöglich… so oft zu lügen.

Statt es einfach an sich selber zu beobachten (das würde jeden sofort eines Besseren belehren), glaubt man lieber solch einen unterirdischen (wissenschaftlich bestätigten) Quatsch und verbreitet den dann auch noch weiter!

Selbst dann, wenn jemand „nur“ 20 mal am Tag lügen würde – das wäre schon von ihm selbst nicht auszuhalten! Ihm selber würde schon… speiübel werden. Und innerhalb von vierzehn Tagen hätte dieser Mensch sämtliche Spiegel abgehängt: Wer will denn schon so jemandem in´s Gesicht sehen?

Wahrhaftigkeit ist auch
eine Frage der Ästhetik.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich und wie gerne hinter einem Buchtitel verstecken und ihn als Bollwerk zu ihrer Rechtfertigung mißbrauchen, wie zum Beispiel hinter diesem: „Lob der Lüge: Warum wir ohne sie nicht leben können“.

So weit kann es gehen mit der „Experten“-Hörigkeit. Auf diese Weise belügen wir uns erfolgreich selbst und benutzen andere zu unserer Bestätigung. 

Lüge = ist die bewußte Kommunikation einer Unwahrheit mit der Absicht, das Gegenüber zu täuschen.

Im Arsenal der Täuschung ist die Lüge nur  e i n  Element.

Lüge = ist auch, wenn zwar Wahres mitgeteilt wird, dies aber ebenfalls mit der Absicht verbunden ist, jemanden täuschen zu wollen.

Wer lügt, ist entweder nicht wohlmeinend, oder hat Angst.

Sich mit der Wahrheit zu befreunden,
erfordert schon eine gewisse Courage.

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Es ist gefährlich, anderen etwas vorzumachen; denn
es endet damit, daß man sich selbst etwas vormacht.

– Eleonora Duse

Ja, man führt immer nur sich selbst hinter die Fichte und… merkt es nicht mal. 🤗

◾ Eine erfundene „Wahrheit“ ist eine Lüge.
◾ Wir können die Wahrheit finden, aber nicht er-finden.
◾ Wir alle haben alle erforderlichen Sensoren für das Erkennen der Wahrheit.

◾ Trägt jemand etwas vor, was in meinen Augen zwar die Unwahrheit, in seinen Augen aber die Wahrheit ist, handelt es sich (möglicherweise um eine Unwahrheit, aber) NICHT um eine Lüge.

In Sachen Wahrheit gibt es keine Exklusivrechte;
gibt es keine VIPs, keine Very Important Person.

Die ärgsten Feinde der Lüge:

  • Reife
  • Liebe
  • Würde
  • Respekt
  • Weisheit
  • Intelligenz
  • Authentizität
  • Selbstachtung
  • Liebe zur Wahrheit

Wahrheit  📌