Verrückte Welt

Wir leben in einer verrückten Welt. Menschen sterben vor Hunger, aber Schoßhündchen gehen an Verfettung ein.

– Norman Mailer 

Wir Menschen sind frei.
Also können wir uns auch daneben benehmen.

Wenn wir aus der Liebe gefallen sind, unterscheiden wir z.B. zwischen solchen Menschen, die uns genehm sind und den anderen, die uns eher unangenehm sind. Es stellt sich Angst ein und wir erfinden den Begriff Eigentum.

  • Ich
  • Mein Hund
  • Meine Familie
  • Mein Deutsch-Land

Alles, was „MEIN“ ist, soll gesund und mobil sein, viel zu essen, gute Kleidung zur Verfügung, sowie ein stolzes Bankkonto haben, außerdem wollen wir ein möglichst repräsentatives Anwesen unser „Eigen“ nennen können. Ausreichende Versicherungen und die Security sollen „meinen Wohlstand sichern“.

Die anderen? Egal.

Sobald wir realisieren, daß es in Wirklichkeit keine Fremden gibt, daß wir EINE Familie sind, wird niemand verhungern oder unnötig Not erleiden.

Und dem Schoß-Hündchen
geht es auch wieder besser.

Erinnern & Vergessen

Wir vergessen, weil wir müssen und nicht, weil wir wollen.

– Matthew Arnold

So ist es: Die Entscheidung darüber ist uns abgenommen.

Denn weder das Erinnern, noch das Vergessen liegen in unserer Hand. Beidem sind wir komplett ausgeliefert; was aber kein Problem darstellt. Es ist eh nur ein kleines Häufchen an Fragmenten, was wir Erinnerung nennen. Ob es uns gefällt oder nicht:

  • Wir können nicht erinnern, an was wir uns nicht erinnern.
  • Wir können nicht vergessen, was wir gerne vergessen würden.

 

Praktischer Test:
Angenommen, Sie waren gestern 16 Stunden lang wach und schreiben jetzt alle Sequenzen auf, an die Sie sich heute noch erinnern. Wie viele Minuten kommen zusammen?

Der Härtetest: 😎
Wie viele Sekunden bleiben von vorgestern?

Denkende Wesen

Es scheint mir, daß der Versuch der Natur, auf dieser Erde ein denkendes Wesen hervorzubringen, gescheitert ist.

– Max Born

Max, es ist nicht das Denken, woran es fehlt.
Was uns fehlt, ist eine ganz andere Qualität.
Und die Natur ist dafür nicht verantwortlich!

Gedacht wird sehr viel. Die meisten Menschen denken nahezu ununterbrochen und sind noch stolz drauf: „Ich denke, also bin ich!“ Damit wird nahegelegt, daß man das Denken als die Seele seiner Existenz ansieht.

Wir dürfen nicht alles allein vom Verstand erwarten.
Er ist ein nützlicher Automat, das war´s auch schon.

Banalität ist, mit einem plappernden Denk-Automaten durch die Welt zu laufen. – Der Denk-Apparat ist, wie wir alle leicht selber herausfinden können, in diesem Modus nicht einmal sonderlich hilfreich.

Außergewöhnlich ist, wenn wir denn mal einen Abstand von den Denkvorgängen gewinnen, wenn wir gelegentlich still sein können, also den Verstand nur bei Bedarf „gebrauchen“ und ihn damit erst – wie jedes andere Werkzeug – sinnvoll einsetzen.

Die Menschen suchen „im All“ nach intelligenten Wesen. Alternativ könnten wir selber die uns zugängliche Intelligenz nutzen, um weise handeln zu können: Dann bräuchten wir woanders nicht weiter zu suchen. Das wäre intelligent und effizient.

Es sind die höheren Ebenen der Intelligenz und unsere Empathiefähigkeit, die wir in unser Denken einfließen lassen müssen, wenn wir – dem Selbstbild der meisten Menschen gemäß – humanistisch handeln wollen.

Die Intuition ist ein besonders wichtiger Teil der uns allen zur Verfügung stehenden Intelligenz, der aber in unseren Schulen und Universitäten derzeit nicht die nötige Beachtung findet.

Nein, es ist nicht die Natur, die gescheitert ist. Sie ist es schließlich, die uns alles Erforderliche zur Verfügung stellt! Allenfalls sind wir es selbst, die scheitern, wegen Unterlassung des Offensichtlichen.

Statt uns über die Natur oder vermeintlich nicht-denkende Menschen zu beklagen, könnten wir alternativ… der Dankbarkeit eine Chance geben.

 

PS: Unsere höheren Möglichkeiten haben keine Direktverbindung zum Verstand.

Das Unmögliche

Wer sich alles vorstellen kann, kann das Unmögliche schaffen.

– Alan Turig

Ist das wahr? Gibt es wirklich jemanden, der „sich alles vorstellen kann“ ?

Ich selber kann mir schon sehr viel vorstellen (z.B. eine echte (!) Bürgerbeteiligung). Womöglich ist in Sachen Imagination noch viel Luft nach oben. – But there are limits.

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, als ich mir jemals vorstellen kann. Und: Ich brauche mir auch nichts vorzustellen, was ich mir nicht vorstellen muß/soll/kann.

Anders gesagt: Ich kann mir so viel vorstellen, wie ich jemals kann.
Mehr geht nicht. Und mehr ist nicht nötig. Da kann ich entspannen.

Mein Vorstellungsvermögen ist
für mein Leben genau passend.

Alan: „…kann das Unmögliche schaffen“

Ist das wahr? Kann das jemand?

Wohl nicht. Ja, vermutlich können wir morgen mehr schaffen, als wir uns heute vorstellen können. Aber wir können immer nur das uns Menschen mögliche schaffen – im Guten wie im Schlechten. Mehr nicht. Wir sind in dieser Inkarnation (von ein paar Astral-Reisen abgesehen) an diesen Körper und seinen kleinen Verstand gebunden.

Egal, was wir jemals zu sehen vermögen: Die Summe der Aussichten ist überschaubar.

Und ja, es ist in vielerlei Beziehung sehr viel mehr möglich als wir uns bis heute vorstellen können – weil wir unser Potenzial an Vorstellungsvermögen nicht kennen.

Aber einerlei, was wir als Individuum oder als Menschheit jemals fabrizieren werden, es ist niemals mehr möglich… als uns (letztlich) möglich ist.

Auf der anderen Seite können wir Dinge, die sich gestern noch kaum jemand vorstellen konnten, bereits heute realisieren: Sie lagen (ohne daß wir davon wußten) im Bereich des Möglichen.

Sobald sich genügend Leute die echte (!) Bürgerbeteiligung
vorstellen können, wird sie umgehend realisiert werden.

Das Ausschöpfen des Möglichen ist jedoch nicht identisch mit der Realisierung des Unmöglichen, sondern bloß die Folge einer Erweiterung des bis dahin Vorstellbaren.

Schöpfen können wir nur im Möglichen.

Frohes Schaffen! 🌿