Perspektivwechsel

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Wahrheit“ auf der einen und „Meinung verteidigen“ auf der anderen Seite passen zwar nicht wirklich zusammen, aber der Sinn deiner Forderung basiert auf einer weisen Einsicht, die konstruktive Kommunikation betreffend.

Das Verstehen geschieht in unglaublicher Geschwindigkeit, sobald wir bereit sind, uns in die Denk- und Argumentationsweise des jeweils anderen zu versetzen. Und das kann spielend leicht geschehen.

Die  Neue Schule  wird ganz selbstverständlich und nahezu täglich spontan das Rollenspiel für den Erkenntnisgewinn nutzen. Der Zeitaufwand dafür ist vernachlässigbar kurz.

In den späteren Jahrgängen kann noch die Methode des „Aufstellens“ nach Bert Hellinger dazukommen.

Grundsätzlich sind wir ad hoc in der Lage,
verschiedene Perspektiven einzunehmen.

Je öfter wir uns einen Perspektivwechsel gestatten, desto verständiger werden wir, desto leichter können sich die Räume von Intelligenz und Weisheit öffnen. Desto mehr erfahren wir auch über uns selbst.

Gegenseitiges Wohlwollen ist…
ein bereichernder Nebeneffekt.

Denn das, was wir verstehen, beunruhigt uns nicht und gegen den, den wir verstehen, entwickeln wir weder Angst, noch Aggression.

Starre Meinungen und feste Standpunkte haben wenig Lebendiges und geben sich schon mit einem niedrigen Level an Intelligenz und Reife zufrieden.

Also sollten wir schon die Kinder unterstützend in die Lage versetzen, die ihnen immanente Möglichkeit nutzen zu können, in kürzester Zeit die unterschiedlichsten Blickwinkel auf die selbe Sache einzunehmen.

Thesen zur  Neuen Schule   📌

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Meinung ~ Überzeugung ~ Vorurteil

Meinung

Der Akademikergeist neigt immer dazu, an einmal
aufgenommenen Meinungen festzuhalten und sich
dabei als Hüter der Wahrheit vorzukommen.

– Henri de Saint-Simon

Modelle sind Vorstellungen von – durch unsere Sinne nicht wahrnehmbar – materiell Existentem. Sie sind als Annahmen abstrakt und immer als „vorläufig“ anzusehen.
 
Atommodelle sind jeweilige Vorstellungen von Gestalt und Bewegung kleinster „materieller“ Teilchen, die wir Atome nennen.
 
In unserer Wissenschaft kann man nicht ohne vorläufige Annahmen (Modelle) arbeiten/forschen. In der Physik kennt man derzeit an die zwanzig Atommodelle.
 
Unsere Meinungen sind ebenfalls Vorstellungs-Gebilde, die gesamt-gesellschaftlich verbreitet, psychologisch stützend dienen, indem sie vermeintlich eine gewisse Sicherheit geben. Wegen dieser unbewußt erhofften Sicherheit fällt es nicht leicht, sich die Dinge neu anzusehen und sich folgend von gewohnten Ansichten zu verabschieden.
 
Je geistig reifer ein Mensch, desto weniger Meinungen braucht er, um so weniger starr sind diese, desto schneller trennt er sich von ihnen. Für den reiferen Menschen gilt:

Meinung ist eine bloß provisorische
Annahme ohne Wahrheitscharakter.

Henri de Saint-Simon: „Der Akademikergeist neigt immer dazu, an einmal aufgenommenen Meinungen festzuhalten und sich dabei als Hüter der Wahrheit vorzukommen.“
 
Dem auf den hier verwiesenen Akademiker ist die Reputation bedeutend wichtiger als die Wahrheit. In diesem Fall offenbart er einen kindlichen Grad (2) seiner Geistigen Reife.
 
Meinungen sind starre
Verstandesk
onstrukte.

Auf einer Meinung beharren… ist ein bißchen dumm. Erst recht, wenn man meint, sie auch noch verteidigen zu müssen: Mit unseren Meinungen schneiden wir uns mutwillig und unnötig von der Intelligenz ab.

Die Wahrheit braucht nicht verteidigt zu werden.

Eine Vermutung haben… kommt der Wahrheit schon viel näher als: „eine Meinung vertreten“.

Mutmaßungen sind keine Anmaßungen; sie müssen nicht verteidigt werden.

Eine „vorläufige Meinung“ kommt einer Annahme nahe, einer Hypothese. Sie steht nicht gegen die Wahrheit, sie ist zeitlich begrenzt. Man weiß: Sie hat ein Verfallsdatum.

Die Meinung ist, so lange sie verteidigt wird, eine Erkenntnis-Blockade. Es ist das Ego, das gerne auf einer „festen Meinung“ besteht und sich damit selbst für wichtiger hält, als die Wahrheit.

Seinen Geist offen halten für das was ist,
schließt das Pflegen von Meinungen aus.

Einwand: „Manche Meinungen sind einfach falsch.“

Das ist so… nicht ganz richtig: Es ist das „Wesen“ von Meinungen, daß sie weder „richtig“, noch „falsch“ sein können. Dasselbe gilt auch für die Thesen:

Es gibt keine richtige und keine falsche These,
sondern nur ihre Aufhebung.. durch den Fakt.

Meinungen sind Glaubenssache und stehen als
solche in Korrelation zum jeweiligen Weltbild.

Weder gibt es richtige, noch gibt es falsche Glaubenssätze.

  • Wir alle haben ein Menschen-Bild,
  • die Meisten auch eine Art Gottes-Bild.
  • Einige haben ihre speziellen Feind-Bilder,
  • wieder andere noch ein bestimmtes Welt-Bild.

Dazu passend… fallen unsere Vorstellungen, festen Meinungen, Standpunkte und Glaubenssätze aus.

Einwand: „Wenn Meinungen nicht objektiven Tatsachen entsprechen, sind sie objektiv gesehen falsch.“

• Meinungen sind per definitionem subjektiver Natur.
• Objektiver Natur sind die unumstößlichen Tatsachen.

Meinungen sind (prinzipiell) temporärer Art, werden aber meist erst durch die Realität der Tatsachen überholt. Es sind subjektiv gestaltete Theorien und als solche Hilfs-Konstrukte… nicht notwendig identisch mit der Realität.

Einwand: „Man kann von „objektiv falschen Meinungen“ sprechen.

Nein, kann man nicht:

Es gibt keine „objektiv falsche Meinung“.
Es gibt keine objektive Meinung.
Es gibt keine falsche Meinung.
Es gibt aber auch keine richtige Meinung.

Die Meinung ist als solche… bloß eine Meinung. Mehr nicht. Nichts von Bedeutung.

• Tatsachen sind objektivierbar.
• Das „Meinen“ ist dagegen mit dem „Glauben“ verwandt.

Man versucht zwar auch, den Glauben zu objektivieren (siehe gemeinsam laut vorgetragenes Glaubensbekenntnis in den Kirchen), doch was der Einzelne tatsächlich glaubt, bleibt allen Anderen auf immer verborgen.

Wenn wir jemandem eine „objektiv falsche Meinung“ attestieren, sagen wir damit eigentlich: „Dein Glaube ist falsch und… meiner ist richtig“Die Illusion lautet:

• Der Andere GLAUBT (etwas Falsches)
• während ich (das Richtige) WEISS.

Das können wir so machen, hilft aber nicht weiter, solange wir nicht sehen können, daß es sich AUCH bei UNS bloß um ein Glaubenskonstrukt handelt.

Beispiel. Jemand sagt: „Es gibt kein Corona-Virus“. Ich kann ihn nicht vom Gegenteil überzeugen, weil ich selber kein Virologe bin und mir folglich nicht die fachlichen Erkenntnis-Module zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu diesem Jemand halte ich die Existenz des Virus (mit seinen Auswirkungen) aufgrund einiger Indizien für wahrscheinlicher als seine Nicht-Existenz. Bin mir aber bewußt, daß wir beide (!) etwas nur glauben und nicht wissen.

Wenn wir nur genau genug hinsehen…, können
wir erkennen, daß wir mehr glauben als wissen.

.

Überzeugung

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.

~ Friedrich Nietzsche

Der Mann hat Recht damit, denn eine Überzeugung ist der Lüge näher, als der Wahrheit. Lügen werden als solche erkannt, aber…

Überzeugungen sind nicht
erkannte… Unwahrheiten.

Die Wahrheit kann nicht einzementiert werden. Sie ist kein starres Objekt. Wer sagt, er habe „eine (feste!) Überzeugung“, sagt damit unausgesprochen, daß er gar nicht so sehr an der Realität interessiert ist, sondern mehr an  s e i n e r  Idee von der Realität.

  • Lüge = ist eine in voller Absicht kommunizierte Unwahrheit.
  • Überzeugung = ist das starre Festhalten an einer  I d e e  von etwas.

Mit einer Lüge betrügt man andere,
mit einer Überzeugungsich selbst.

Für die Wahrheit muß man offen sein, in jedem Moment; sie ist lebendig – nicht statisch.

Jeder Dumme ist fest überzeugt; und jeder Überzeugte ist dumm: Je irriger sein Urteil, desto größer sein Starrsinn.

~ Baltasar Gracián y Morales

An einer Überzeugung festzuhalten ist selbst gewählte Dummheit. „Den Dummen“ gibt es aber nicht. Dummheit ist ein temporäres Phänomen, das wir alle… recht gut kennen.

Eine Überzeugung zu haben,
ist Leugnung der Intelligenz.

.
Vorurteil

Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren.

~ Luther Burbank

Der Luther provoziert bloß ein bißchen. Denn er weiß natürlich, daß das gar nicht geht, „Vorurteile neu gruppieren“. Wer Vorurteile neu gruppieren kann, kann auch gleich selber denken und braucht jene gar nicht (mehr).

Vorurteile sind dazu da,
Intelligenz zu blockieren.

Wir bilden sie uns aus Sicherheitsgründen; weil wir uns ohne sie halt ziemlich unsicher fühlen.

Die wenigen Freigeister, wie Luther Burbank, Thomas Alva Edison und andere kommen ganz gut ohne Vorurteile aus. Sie sind nicht daran interessiert, sich selbst den Geist zu verstellen. Sie erlauben sich, wie Immanuel Kant es kategorisch fordert, selber zu denken und nicht andere für sich denken zu lassen.

Damit steht diesen wenigen Menschen eine ganze Welt zur Verfügung, die wir anderen nur dem Wort nach kennen: Kreativität.

Sie unterscheiden sich (aber nicht wesentlich!) von uns. Sie zeigen bloß etwas mehr Mut: Sie können auf Vorurteile verzichten und geben sich die Erlaubnis, allein in den Dschungel der Kreativität vorzudringen und (ohne Berufung auf andere!) ihren Ideen und Eingebungen zu folgen.

Einwand: „Berühmte Persönlichkeiten seiner Zeit, wie z.B. Edison, besuchten ihn.“

Das hängt wohl mit der Verwandtheit zusammen. Freigeister sind in der Menge ziemlich einsam. Doch mit ihresgleichen können sie mal für kurze Zeit auf gleicher Schwingungsebene kommunizieren.

Einwand: „Ob Dummköpfe den Spott verstehen?“

Was ich nicht verstehe, verstehe ich nicht und es gibt sehr viel, das ich nicht verstehe. Ironie, Sarkasmus, Zynismus, Spott und Häme… gehören gerne mal dazu.

Außerdem gibt es keinen Dummkopf, der
immer bloß ein Dummkopf ist. So wie es
auch keinen Weisen gibt, der nur weise ist.

In Sachen Dummheit & Weisheit sind wir eher Mischwesen: Manchmal geben wir der einen Seite in uns den Vorzug, mal der anderen.

Also, machen wir uns ans Werk und…
gruppieren wir unsere Vorurteile neu.

.


PS: Nein, wir brauchen nicht komplett auf das Vorurteil zu verzichten.
       Wir dürfen uns aber erlauben, es gelegentlich gegen ein aktuelleres auszutauschen. 😎

Architektur

Zwölf-Ecken-Stein

Zwölf-Ecken-Stein (oder Zwölf-Seiten-Stein) in einer Mauer der Inka-Stadt Cuzco, Peru.

„Sie [die Inkas] verwendeten harte Granitsteine und nutzten […] den Effekt
des Reibungswiderstands: Die Steine wurden in ihren Lagerfugen so lange
aneinander gerieben, bis sie plan zueinander passten.“
― Bruder Albert

Frage: Ist es glaubhaft, was der Mann hier bezüglich der Fugentechnik sagt?

Die Quelle der Philosophie

Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen.

Platon

Doch, Platon, es gibt einen anderen Anfang der Philosophie der gleichwie ihr Ende ist:

Es ist unsere Mitte, die wir
auch mit Stille assoziieren.

Ohne diese Stille gibt es keine Philosophie… in der feinen Bedeutung ihres Wortes.

Das Denken passiert auf der Horizontalen,
Weisheit erreicht uns aus der Vertikalen.

Denken und Weisheit sind keine Verwandte, sie sind auf verschiedenen Ebenen zuhause.

Das Staunen ist eine Form der Liebe,
die sich aus der Stille heraus entfaltet.

Genauso, wie Weisheit sich aus der Stille heraus entfaltet.

Russels Teekanne

Bertrand Russell, Glaube, Intelligenz, Logik,
Da schwebt sie…

Niemand kann beweisen, daß es zwischen der Erde und dem Mars keine Porzellan-Teekanne gibt, die sich auf einer elliptischen Umlaufbahn bewegt, aber niemand hält dies für wahrscheinlich genug, als daß es realistischerweise erwogen werden müßte. Ich halte den christlichen Gott für ebenso unwahrscheinlich.

― Bertrand Russell

Die erklärten Atheisten verkennen, daß sie sich nicht aus der Umlaufbahn um die Theisten lösen können.

In Glaubenssachen spielen weder die Wahrscheinlichkeit, noch Beweisverfahren – welcher Art auch immer – eine Rolle. Diese Methoden sind hier fehl am Platz.

Denn der Glaubende muß nichts beweisen. Hier geht es nicht um eine objektivierbare Form der Wahrheit, sondern um den Wunsch nach einem subjektiv plausiblen Modell.

Ein Beweisverfahren setzt prinzipiell die
Unentschiedenheit und Offenheit voraus.

Ein Glaubenssystem dagegen hat seine eigene Logik und… ist eine geschlossene Sache.

🍂

Conclusio: Das Glauben eines Menschen geht uns anderen nichts an.

Beweisverfahren lassen sich nicht immer und überall anwenden. Bei Nutzung von etwas Intelligenz finden wir heraus, wann sie angebracht sind und wann nicht.

Dem Tanz zum Lob

Vaslav Nijinsky, Tanz,
Vaslav Nijinsky: Tanz

Ich lobe den Tanz,
denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge
bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz
der alles fordert und fördert
Gesundheit und klaren Geist
und eine beschwingte Seele.

Tanz ist Verwandlung
des Raumes, der Zeit, des Menschen
der dauernd in Gefahr ist
zu zerfallen ganz Hirn
Wille oder Gefühl zu werden.

Der Tanz dagegen
fordert den ganzen Menschen
der in seiner Mitte verankert ist
der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit
nach Menschen und Dingen und
von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert
den befreiten, den schwingenden Menschen
im Gleichgewicht aller Kräfte.

Ich lobe den Tanz.

O Mensch lerne tanzen,
sonst wissen die Engel
im Himmel mit dir nichts anzufangen.

~ Aurelius Augustinus ~

Intelligenz „schaffen“ ?

Solange wir nicht wissen, wie menschliche Intelligenz zustande kommt, können wir keine künstliche Intelligenz schaffen.

― Reinhard Furrer

Klingt ein bißchen so, als wäre es nur eine Frage der Zeit und als wäre die Intelligenz so etwas wie die LEGO- oder FISCHER-Technik.

Eine Dampfmaschine funktioniert.

Die Dampfmaschine wurde aufgrund einer Idee des Menschen entwickelt und zusammengebaut. Die Intelligenz ist dagegen… nichts Zusammengebautes.

❌  Intelligenz „funktioniert“ nicht. 

Erschaffen können wir nur, was kleiner ist als unser begrenzter Verstand. Intelligenz ist aber unendlich größer.

Können wir eine Möhre erschaffen? Bereits sie ist größer, als daß unser Verstand sie in Gänze erfassen könnte. Mit Hilfe der Intelligenz können wir herausfinden, was ihren Anbau, ihr Wachstum, ihren Geschmack begünstigt, wir können ihren Bauplan studieren, ihn sogar modifizieren, aber wir sind nicht imstande, auch nur eine einzige Möhre zu erschaffen.

Wir können uns nicht jenseits der Creation stellen; allenfalls können wir uns in sie eintunen.

Wir brauchen nicht zu wissen,
wie Intelligenz
funktioniert, doch
dürfen wir sie uneingeschränkt nutzen.

Wir müssen auch nicht wissen, was Liebe ist. Dennoch geschieht Liebe, die weit größer ist als unser kleiner Verstand.

.

Krücken

Prasad: „Gibt es künstliche Intelligenz?“

1. Es gibt keine „künstliche Intelligenz“.

Intelligenz ist – wie auch die Liebe – kein Objekt. Sie ist größer als wir und nicht handhabbar. Wir können uns ihr öffnen, aber nicht mit ihr verfahren.

All unser Denken, all unser Streben, alle unsere Tätigkeiten sind entweder intelligent angelegt und entschieden, oder auch… nicht intelligent.

Krücke = ist eine von uns beabsichtigte (künstliche) Konstruktion von Wirksamkeit, zur (meist temporär) hilfsweisen Unterstützung von Vorhaben.

  • Google & Co. = ist ausgelagertes Gedächtnis.
  • Computer = ist ausgelagertes Denken.
  • Roboter = ist ausgelagerte Aktion.

Computer und Roboter – wie genial ausgefeilt deren Fähigkeiten und Fertigkeiten auch sein mögen – sind gute oder schlechte, nützliche oder auch schädliche Krücken.

Die Intentionen (Absicht, Intelligenz, Reife, Fähigkeit, Mitgefühl) der Nutzer bestimmen Ziel und Wert der maschinenunterstützten Ergebnisse.

2. Verantwortung läßt sich nicht auslagern !

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Robotik

Frage: „Was haben Roboter und Rohrzange gemeinsam?“

Beides sind Werkzeuge in der Hand des Menschen. Das Werkzeug „Roboter“ ist bloß etwas komplizierter gestaltet.

Roboter = ist eine (scheinbar) selbsttätig agierende Maschine, die im Rahmen ihrer Programmierung ein beliebig umfangreiches Aufgabenkonglomerat im ihr zugewiesenen Zeitfeld präzise ausführt.

Der Roboter ist ein kompliziert gebautes Werkzeug des Menschen. Seine Programmierung widerspiegelt exakt die Intention des Auftraggebers.

Doch selbst die kompliziertest gestaltete Maschine ist als „selbstbeweglicher“ Computer genau so dumm wie eine Rohrzange.

Den Unterschied macht die Handhabung:

Die Rohrzange (im Wortsinne) handhaben wir noch selbst, mit dem Roboter geben wir die Handhabung ab. Aber die Verantwortung darüber, was durch den Einsatz des jeweiligen Werkzeugs geschieht, bleibt in beiden Fällen bei uns.

Ob wir handhaben, oder ob wir handhaben lassen:
Wir Menschen sind und bleiben verantwortlich!

Es liegt an uns, an unserer Offenheit zu Intelligenz und Mitgefühl, wie wir die Maschinen programmieren, welche Logarithmen wir vorgeben, welche Parameter wir setzen.

Der Grad unserer Geistigen Reife bestimmt den Grad der Maschinen-“Intelligenz“ und letztlich den Wert des Ganzen, in Bezug auf Effizienz und Gemeinwohl-Kompatibilität.

Es ist der Grad unserer Bereitschaft, nicht nur zu tun, was wir in unserer Freiheit tun können, sondern uns von der Weisheit leiten zu lassen – was schließlich über Segen oder Fluch der durch uns gestalteten, scheinbar (!) selbständig handelnden Maschinen entscheidet.

Unabhängig von der unabweisbaren Nützlichkeit für uns Menschen, sind die (vielleicht „intelligent“ erscheinenden) Roboter immer nur Repräsentanten unserer kognitiven und motorisch umsetzbaren Fertigkeiten plus dem Stand unserer Geistigen Reife.

„Intelligente Maschinen“ sind nicht möglich.

Der Intelligenz-Begriff wird in diesem Zusammenhang auf verfälschende, irreführende Weise genutzt.

Möglich sind (durch uns Menschen) entweder dumm, gefährlich oder aber intelligent und verantwortlich programmierte Maschinen, die prinzipiell allen Menschen Nutzen bringen (können) und weder ihnen, noch der gesamten Umwelt Schaden zufügen.

Toleranz

Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.

– Kurt Tucholsky

Immer müssen wir den Verdacht haben, daß der andere Recht hat und immer müssen wir den Verdacht haben, daß wir im Unrecht befangen sind. Das fordert die Wahrheitsliebe. Doch hier geht es um etwas anderes.

Toleranz schließt gleiche Augenhöhe aus.

Denn Toleranz setzt ein ungleiches Verhältnis voraus: Wenn ich jemandes Verhalten toleriere, gewähre ich ihm temporär einen Aktionsraum, den ich ihm jederzeit wieder nehmen kann. 

Das ist nicht die selbe Augenhöhe! Denn sie erfordert… Achtung und Respekt.

Toleranz basiert
auf Machtgefälle.

„Tolerant“ bin ich von einer „höheren Stufe“; herablassend, aus der Machtposition heraus, „gnädig“: Toleranz ist des Mächtigeren Arroganz.

Toleranz ist gönnerhaft.

Immanuel Kant spricht hier von einem „hochmütigen Namen“. Ja, es kann sich auch um eine getarnte Form des Hochmuts handeln.

Toleranz = ist, aus der Position des Stärkeren heraus, temporär eine Erlaubnis geben.

Toleranz ist Duldung.

Toleranz wird gewährt: Von oben nach unten. Der Tolerierende hat gegenüber dem Tolerierten das Heft in der Hand und kann die Toleranz jederzeit in Reglement oder Ausschluß verwandeln.

Toleranz ist Duldung bis zu
einer undefinierten Grenze.

Toleranz bedeutet, daß es Grenzen gibt — auch, wenn sie vom Tolerierten (noch) nicht zu sehen oder zu spüren sind, denn… 

Toleranz ist nicht Gleichheit!

Karl Carstens traf es – im Vergleich zu anderen Autoren wie Wilhelm Busch, Helmut Schmidt, Theodor Fontane, Kurt Tucholsky, Lew Kopelew und Karl Popper – noch am besten, als er sagte: „Nur wer sich sicher fühlt, ist tolerant.“

Toleranz ist, wenn ich einen Hund an der Leine haltend,
ihn Strecke und Lauf-Geschwindigkeit bestimmen lasse.

Tolerieren = ist identisch mit: „Leine lassen“.

Gleiche Augenhöhe  📌

.

Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende
Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen.
Dulden heißt beleidigen.

– Johann Wolfgang von Goethe

Ein Moment der Weisheit. Danke, Johann Wolfgang. Diese Mahnung ist immer noch aktuell. Und oftmals trifft es zu:

Toleranz ist dürftig
getarnte Arroganz.

Wenn sie nicht „nur eine vorübergehende Gesinnung“ ist, ist sie in Wirklichkeit… Hochmut.

Das Leben

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Augenbraue der Venus: Schafgarbe

Gerade das ist es ja, das Leben, wenn es schön und glücklich ist ein Spiel! Natürlich kann man auch alles Mögliche andere aus ihm machen, eine Pflicht oder einen Krieg oder ein Gefängnis, aber es wird dadurch nicht hübscher.

― Hermann Hesse