Denken

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Grenzen der Logik

Logik = ist ein primitives Gedankenkonstrukt, das im Kontext zum simplen EgoVerstand steht, aber für komplexe Phänomene, wie Erkenntnis, Wahrheit, Intuition, Empathie, Schönheit, Vertrauen, Freude, Dankbarkeit…, mangels Fähigkeit nicht zu gebrauchen ist.

Logik ist kein Naturgesetz, sondern eine kleine, menschen-gemachte Idee des Verstandes. Eine Idee, die in bestimmten, eng begrenzten Bereichen eine sinnvolle Hilfskonstruktion sein kann. Aber wir haben ein Problem, sobald wir mit ihrer Hilfe verstehen wollen. („actio = reactio“)

Logik versteht das Lineare, aber nichts von 3D; sie versteht nichts von weiteren Dimensionen, nichts von Intelligenz. Sie ernährt sich lediglich von Folgerichtigkeit, Schlüssigkeit, von Ursache & Wirkung, von entweder/oder.

Aber nichts ist nur deshalb wahr, weil es logisch formuliert wurde und nichts ist allein deshalb unwahr, weil es nicht logisch erscheint. So nützlich diese Idee für einige Labore auch sein kann:

Der Wahrheitsgrad einer Aussage
ist durch die Logik nicht meßbar.

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Logik & Erkenntnis

Die Logik ist Erkenntnis-unfähig.

Um die Enge – ähnlich der einer Streichholzschachtel – eines Mental-Systems erkennen zu können, bedarf es der Draufsicht. Das heißt, nur von außerhalb und oberhalb der Logik ist ihre Begrenztheit zu erkennen.

Aber erst dann haben wir es kapiert… und werden die wesentlichen Dinge nicht mehr durch die logische Brille betrachten und somit verzerren wollen.

Und erst dann… werden wir der Logik den Platz zuweisen, der ihr gebührt, nämlich den dienenden und unterstützenden und nicht den der Erkenntnis und der Wahrheit.

Manche Leute hängen dem Glauben an, die Wahrheit habe sich der Logik zu beugen. Sie glauben, die Logik sei größer als die Wahrheit. Das ist aber nur ein Glaube – und nicht die Wahrheit.


Logik oder Weisheit?

Die Weisheit beginnt mit der Entdeckung der eigenen Mitte.

Wenn wir es „logisch“ nennen, weil ein Apfel von oben nach unten fällt, heißt das eigentlich, daß wir es „normal“ finden, daß wir es genau so und nicht anders kennen, daß es wohl allgemein üblich ist, daß Äpfel von oben nach unten fallen. Weiter nichts. Es ist nicht logisch.

Denn wären wir es gewohnt, daß die Äpfel von unten nach oben fielen, würden wir eben das „logisch“, im Sinne von üblich, bekannt nennen.

Logik ist ein ausgedachtes Hilfs-Gebilde.
Logik hat nichts zu tun mit dem, was ist.

Eine beliebte Mogelei ist das Auflegen eines „logischen Netzes“ auf eine bereits abgelaufene vermeintliche Ereignis“kette“. Durch die Brille der Logik betrachtet, können uns die einzelnen Ereignisse als „logische Abfolge“ erscheinen.

Dennoch gibt es viele Situationen und Bereiche, in denen uns eines wie die Logik – oder ein beliebig anderes Konstrukt – von großem Nutzen ist (z.B. beim Konstruieren von Gebäuden, Flugzeugen, u.s.w…), aber in anderen Situationen und Bereichen wiederum… ist die Logik ausschließlich fehl am Platz.

Ein mit Zugang zur Intelligenz gesegneter Mensch wird unterscheiden können. Er wird wissen, wann ein Gerüst nützlich und damit angebracht ist und wann nicht, wann es nur stört. Denn ein Gerüst bezieht seinen Wert nicht aus sich selbst, sondern erst und nur aus einer konkreten temporären Konstellation.

Um solche Unterscheidungen treffen und um mögliche Verstrickungen in ein(em) Konstrukt vermeiden zu können, müssen wir immer eine höhere Ebene einnehmen. Es ist nicht anders möglich: Erstmal müssen wir aus dem Denk-Konstrukt aussteigen, Abstand gewinnen. Jemand drückte das mal so aus:

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Wer dazu nicht in der Lage ist, wer nicht aus dem Rad seiner Denkweise aussteigen kann, bekommt nicht mal mit, wann und wie tief er verstrickt ist.

Die Aussage, daß sich mit der Entdeckung der eigenen Mitte die Tür zur Weisheit zu öffnen beginnt, ist kein Ergebnis von Logik, sondern eine von jedermann verifizierbare existenzielle Tatsache.

Und daß für die Weisheit wiederum die Wahrheit Voraussetzung sei, ist keine logische Schlußfolgerung, sondern ein unabänderlicher Fakt.

Daß für die Wahrheit Mut, Rückgrat, Geradlinigkeit und Klarheit vorausgesetzt sind und die Bereitschaft, die imaginäre Angst davor zu überwinden, ist ebenfalls keine Frage der Logik. Dennoch ist es so.

Vieles ist erkennbar ― 
aber nicht begründbar.

Das was ist, ist sichtbar und erkennbar, aber weder erklärbar, noch begründbar.

Die Wahrheit bedarf weder…

  • eines logischen Schlusses
  • einer Wissenschaft
  • einer Zustimmung
  • eines Zeugnisses
  • einer Reputation
  • einer Mehrheit
  • eines Beweises

Wahrheit = ist unmittelbare Einsicht.


Geistige Autonomie

Erstens: Weisheit setzt die geistige Unabhängigkeit von Anderen voraus, denn:

Die Weisheit ist identisch
mit geistiger Autonomie.

Zweitens: Weisheit setzt nicht nur die Freiheit zum Denken, sondern vor allem die Fähigkeit zur Freiheit vom Denken voraus.

Im Bereich der Weisheit und um die Weisheit herum mögen uns die Dinge logisch erscheinen, sie sind es aber nicht. Das liegt daran, daß wir uns an die Brille der Logik so sehr gewöhnt haben, daß wir bereits glauben, nur noch auf diese Weise sehen zu können, so als wäre die Logik ein wichtiger Bestandteil, gar ein Organ unseres Sehvermögens.

Auf diese Weise ist die Logik zu einer Art Glaubenssystem geworden, das nun selbst nicht mehr hinterfragt wird, weil es als solches gar nicht (mehr) gesehen werden kann. Das bedeutet:

Logik behindert
das klare Sehen.

Klares Sehen benötigt – so wie auch die Wahrheit – keine Ursachen, keine Gründe, keine Voraussetzungen, keine Folgerichtigkeit.

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Meditationen können eine gute Einführung bilden, den Unterschied zwischen Denken und Bewußt-Sein kennen zu lernen, um in der Folge die „Wichtigkeiten“ neu zu kalibrieren.

Wer Intelligenz und Weisheit fördern will, wird die Phasen des Nichtdenkens verlängern müssen.

Siehe auch hier: Denken  📌