Wie entsteht Bewusstsein?

Beim Aufschlagen des Smartphones tauchte morgens plötzlich ein Artikel (vom 28.05.2021) der Zeitschrift SPEKTRUM.de auf. Der Titel:  Wie entsteht Bewusstsein? Dazu ein paar Anmerkungen:

Steve Ayan: „Einer neuen Theorie zufolge entsteht Bewusstsein nur dann, wenn die Prognosen unseres Gehirns versagen“

  1. Bewußtsein ist.
  2. Bewußtsein entsteht nicht.
  3. Alle Theorien dazu sind irrelevant.

Steve Ayan: „wenn die Prognosen unseres Gehirns versagen…“

Ja – nur dann, wenn das Denken stoppt, ist das
Bewußtsein als Bewußtsein bewußt erkennbar.

Und es handelt sich dabei nicht um ein „Versagen“!

Steve Ayan: „…weil allein das bewusste Denken unser Handeln leiten soll. Nur dann, so scheint es, hätten wir unser Leben in der Hand. Doch wie die moderne Forschung beweist, regieren vor allem automatische Reaktionsmuster unser Denken und Handeln“

Das ist zutreffend: Der intellektuelle oder denkende Teil des Verstandes füllt den Raum nicht in dem Maße, wie wir das gerne glauben möchten.

Wir handeln und denken so wenig bewußt, wie wir bewußt atmen. Hinge unser körperliches Leben von unserer bewußten Atmung ab… Na, wie lange würden wir denn am Leben bleiben? 😎

Dafür ist jedoch kein externer Forscher (Experte) erforderlich: Das kann jeder selber (Imperte) an seinem eigenen Körper-Geist-System beobachten.

Steve Ayan: „Wie die Erforschung des Unbewussten gezeigt hat, fällt unser Geist schnell und automatisch Urteile und Entscheidungen. Das Gehirn stellt dabei permanent Prognosen über zukünftige Ereignisse an.“

Steve Ayan: „Wie die Erforschung des Unbewussten gezeigt hat…“

Wie kann man etwas erforschen, was gar nicht existiert? Kann man die Abwesenheit von Licht, kann man die Dunkelheit wissenschaftlich erforschen?

Kann man Abstinenz erforschen?

Das (kollektive) Unbewußte ist – ähnlich den mathematischen Axiomen – als Abstraktion nützlich und sprachlich brauchbar, aber dennoch… in keiner Weise existent! In diesem Sinne benennt DAS UNBEWUSSTE die Summe all dessen, was uns in irgend einer Weise in Bewegung setzt, ohne daß wir uns dessen, was dies im Einzelnen ist, bewußt sind.

Steve Ayan: „…fällt unser Geist schnell und automatisch Urteile und Entscheidungen“

Das ist zutreffend und jederzeit von Jedermann nachprüfbar. Die Muster-Erkennung funktioniert mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, ohne daß wir dafür etwas tun müssen.

Der intellektuelle Part unseres Verstandes agiert
dagegen mit der Geschwindigkeit einer Schnecke.

Der Begriff „Urteile“ ist an dieser Stelle unpassend, weil er erstens in den Bereich des Denkens gehört und zweitens viel zu viel Zeit braucht. Passender ist hier der Begriff „unbewußt funktionierende Einordnung“.

Steve Ayan: „Laut der Theorie des »predictive mind« entsteht Bewusstsein, wenn die impliziten Erwartungen des Gehirns versagen. Danach gilt es, den energieschonenden Automatikmodus rasch wiederherzustellen.“

Wie schon gesagt: Bewußtsein entsteht nicht!

Steve Ayan: „Danach gilt es, den energieschonenden Automatikmodus rasch wiederherzustellen.“

Auch der muß nicht „wiederhergestellt“ werden. Aber ja, dieser „Automatikmodus“ ist enorm energieschonend, Aufwands-arm und effizient.

Man kann auch sagen: „Gelernt ist gelernt“.

Die einmal gelernten Abläufe von Handlungen funktionieren wie automatisch. Unsere Aufmerksamkeit (Bewußtheit) wird dazu nicht gebraucht und das Denken ebenso wenig.

Kann man gut – zum Beispiel bei der Frühstücksvorbereitung – beobachten.

Hier handelt es sich im den funktionalen Part des Verstandes, der mit den primitiven Formen des Lernens korreliert.

Steve Ayan: „Diese revolutionäre Theorie…“

Grundsätzlich: Keine Theorie ist „revolutionär“.

Eine Theorie ist nur eine Theorie, also
immer nur… eine vorläufige Annahme.

Steve Ayan: „…weist der Automatik des Geistes eine zentrale Rolle zu“

Was, bitte, soll das sein, die „Automatik des Geistes“?

Steve Ayan: „Lernen, Erfahrung und auch Bewusstsein haben letztlich den Zweck, die impliziten Prognosen immer weiter zu verbessern“

Hier werden Kirschen mit Murmeln vermengt, weil sie eine ähnliche Form aufweisen.

  1. Erfahrung ist Teil, ist eine Form des Lernens.
  2. Bewußtsein hat weder etwas mit Erfahrung, noch etwas mit Lernen zu tun.

Du kannst während einer beliebigen Erfahrung bewußt sein – oder auch nicht. Das Bewußtsein ist nicht ein Teil der untersuchbaren Horizontalen.

Erfahrung – passiert vorwiegend körperlich und emotional.
Lernen – geschieht körperlich und geistig.

Bewußtheit – ist jenseits von beidem.

Lernen  📌

Weißes Dreieck_300

Steve Ayan: „Ein Muster wie etwa die durch ein imaginäres Dreieck teils verdeckten Kreise ergänzt unser Sehsystem vollautomatisch“

◾ So etwas passiert unentwegt,
◾ ohne unser aktives Tun und
◾ ohne daß es uns bewußt ist.

Das macht aber nicht das Sehsystem. Das sieht nur, was es sieht und… weiß nicht einmal, daß es etwas sieht. Es ist ein (nicht intellektuell agierender) Teil des Verstandes, der das Gesehene auf seine Weise für uns interpretiert, deutet, einordnet und so für uns nutzbar macht.

Steve Ayan: „Solche nützlichen Illusionen belegen laut Helmholtz, dass voreingestellte Mechanismen unser Bild der Welt prägen, ohne dass wir irgendetwas dazutun“

Die Bühne unseres Lebens besteht in ausnahmslos allen Details aus „nützlichen Illusionen“. Das ganze Drama ist eine nützliche Illusion. Wir nennen das „Realität“.

Und ja, bei jedem Schritt, mit jedem Blick haben wir unbewußt Erwartungen. Finden keine oder nur wenige Überraschungen statt, sprechen wir von „Normalität“. Das es die aber gar nicht gibt, übersieht unser System großzügig.

Steve Ayan: „Wie man inzwischen weiß…“

Das ist eine weit verbreitete, aber irreführende Formulierung. Hier wird WISSEN und MUTMASSEN nicht klar unterschieden und suggestiv das GLAUBEN anempfohlen.

Steve Ayan: „betrifft das jedoch nicht nur die Sinneswahrnehmung, sondern alle geistigen Prozesse, von der Urteilsbildung über Entscheidungen bis hin zur Handlungssteuerung“

Das ist zwar einerseits zutreffend, aber man kann es dennoch nicht so allgemein formulieren, denn: Es ist eine Frage der Bewußtheit

Für den vorwiegend unbewußt lebenden Menschen mag das zutreffen, aber es leben hier auch Menschen mit einem sehr hohen Grad an Bewußtheit.

Steve Ayan: „Ein grundlegendes Arbeitsprinzip des Gehirns besteht darin…“

Das Gehirn kennt kein „Prinzip“.

Prinzipien sind abstrakte Produkte unseres Menschenverstandes.

Steve Ayan: „Allein schon einen Ball zu fangen, ist für Maschinen ein Riesenproblem, denn dafür müssen visuelle und motorische Informationen laufend miteinander abgeglichen und aktualisiert werden. Dieser hochkomplexe Vorgang läuft bei uns Menschen (zum Glück!) unbewusst ab.“

Zum Glück, ja, denn der Mensch würde es nicht schaffen, müßte er es willentlich via logischem Verstand bewältigen. Er könnte auch nicht Fahrradfahren. Jonglieren wäre unmöglich…

Steve Ayan: „Ein anderes Untersuchungsparadigma, das sehr viel zu unserem Wissen über das Unbewusste beitrug, ist…“ 

Hier geht es nicht um das „Wissen über das Unbewußte“ (worüber es, wie weiter oben schon gesagt, nichts zu wissen gibt), sondern um das Wissen der Funktion des funktionalen Verstandes – der mit dem logisch funktionierenden nichts gemein hat. Sie grüßen sich nicht einmal. Der Eine weiß vom Anderen nichts.

Steve Ayan: „Viele Forscher halten den aktuellen Inhalt des Arbeitsgedächtnisses für identisch mit dem Bewusstsein.“

Was nur eines beweist, daß sie unbewußt sind…, die „vielen Forscher“.

„Jdeer nmrolae Msnech knan desei Wtröer vtlolmotisaucah eitfnefrzn. Ohwbol die Bsabtuehcn dhcerundaneirgberiwelt snid, heabn Sie kuam Pemlbore, dem brefenfteden Txet Snin awebinzgeunn. Das vnkednaern Sie der vbüfflerneden Amtoiatuk Irehs Gneirhs!“

Steve Ayan: „der Autopilot in Ihrem Kopf weiß immer schon einen Sekundenbruchteil vor dem bewussten Ich, was als Nächstes zu lesen sein wird. Er antizipiert die betreffenden Wörter und sortiert die verrutschten Buchstaben dabei blitzschnell um“

Das ist nicht ganz zutreffend: Wir denken (nehmen an), daß wir die Buchstaben der Wörter „lesen“. Das ist aber nicht der Fall. Die Wörter sind als Bilder abgespeichert und der funktionale Teil des Verstandes „korrigiert“ die Bilder Sinn-suchend durch Abgleich.

Steve Ayan: „Das Gros der Datenflut bleibt unbewusst und füttert das System 1, das automatisch und schnell arbeitet“

Das trifft auch auf die Tiere zu. Auch sie lassen alles (Eindrücke und Informationen) durchs Raster fallen, was nicht unmittelbar in ihren Lebensrahmen paßt.

Steve Ayan: „das Gehirn … blickt permanent in die Zukunft! Was wird gleich geschehen? Welche Sinnesreize sind zu erwarten? Droht Gefahr? Was führen andere im Schilde? Solche Prognosen umfassen nicht nur die Außenwelt, sondern auch das innere Milieu des Körpers, die Homöostase. Der Drang zur Nahrungsaufnahme ist so gesehen die unbewusste Vorwegnahme eines drohenden Energieverlusts“

Das ist Quark. Die Natur arbeitet mit Anreizen (Leckerlis) und der Angst vorm Tod, der körperlichen und mentalen Auslöschung:

  • Die Nahrungsaufnahme belohnt sie mit Lust, mit Leckereien.
  • Die Art-oder Gen-Erhaltung belohnt sie mit einem Tanz der Hormone. Sie weiß schließlich ganz genau, daß wir uns andernfalls die Mühe (Sex) nicht machen würden. 😎
  • Und die Angst sorgt dafür, daß wir nicht vom Dach springen.

Steve Ayan: „entsteht Bewusstsein lediglich dann, wenn die Vorhersagen des Gehirns fehlerhaft sind“

Hier werden erhöhte Wachsamkeit (Aufmerksamkeit) und Bewußtheit miteinander verwechselt oder gleichgesetzt.

Und: Bewußtsein „entsteht“ nicht (und vergeht auch nicht).

Eher können wir sagen: Wir fallen in die Bewußtheit. Denn sie ist immer da, immer präsent. Nur wir sind nicht da, sind in unseren ablaufenden Filmen gefangen, sind gerade mal verhindert.

Steve Ayan: „…strebe unser Geist nicht nach immer mehr Bewusstsein, sondern versuche im Gegenteil, es zu verhindern“

Der reifere Mensch ist der bewußtere – ohne daß er „strebt“.
Der weniger reife gibt sich mit seinen (und anderer Leut´s ) Filmen zufrieden.

Neuropsychoanalytiker Mark Solms: »Am liebsten wäre es dem Gehirn, wenn gar nichts Unerwartetes passiert. Totale Gleichförmigkeit ist dem Überleben viel dienlicher als das Energie und Zeit raubende Bewusstsein«

Bewußt sein… ist weder Energie-raubend, noch ist es Zeit-raubend. Schau selbst!

Steve Ayan: „Bewusstseinsforschung…“

Bewusstseinsforschung ist nur intern (eigenwissenschaftlich) möglich und niemals extern.

Das Bewußtsein ist
nicht objektivierbar.

Steve Ayan: „Nach einem Modell des Neuropsychoanalytikers Mark Solms speist sich Bewusstsein…“

Das Bewußtsein speist sich aus nichts.

Steve Ayan: „Einen einzigen neuronalen Sitz des Bewusstseins gibt es nicht“

Der Satz ist zutreffend, suggeriert aber, es gäbe irgendwo einen „Sitz“ des Bewußtseins.

Das Bewußtsein hat keinen Sitz.
Es ist nirgendwo ― und überall.

Steve Ayan: „Träger des Bewusstseins“

Auch die gibt es nicht.

Steve Ayan: „den eigentlichen Hort des Bewusstseins…

…gibt es nicht.

Mark Solms: »Die Mustersuche des Kortex kommt bestens ohne Aufmerksamkeit aus«

Exakt. So ist es.

Mark Solms: »Wenn uns etwas Bewusstsein verleiht…«

Bewusstsein wird durch nichts und niemanden verliehen. Auch nicht durch „tiefer liegende, emotionale Hirnteile“.

Emotionale Hirnteile? 😳

Steve Ayan: „Bewusstsein ist auch ohne Großhirnrinde möglich“

Zustimmung, denn:

Das Bewusstsein ist..
von nichts abhängig.

Das läßt sich leicht herausfinden. Von jedermann.

Steve Ayan: „Bewußtsein … möglich“

Das Bewusstsein ist nicht nur „möglich“. ES IST. Immer.

Das Bewußtsein ist auch nicht vom Gedächtnis oder von der Fähigkeit zu logischem Denken abhängig; nicht einmal von Nüchternheit oder Gesundheit. Unser Nicht-Erinnern an eine Situation ist kein Beleg für die Abwesenheit von Bewußtsein.

Steve Ayan: „Vorhersagefehler alias Überraschung alias Bewusstsein“

Hier wird wieder unzulässig gemixt.

Bewußtsein ist eine eigene Kategorie – keine unter anderen.

Steve Ayan: „Wenn etwas nicht so läuft wie erwartet, entsteht Bewusstsein…“

Interessant. 😎 Bewusstsein „entsteht“… als Folge eines vermeintlichen Fehlers? 😎

Alles, was entsteht, kann objektiviert werden. Das Bewußtsein gehört nicht dazu. Es ist unentstehbar. Es ist unentwegt präsent, auch wenn wir uns seiner nicht – oder nur äußerst selten – bewußt sind.

Steve Ayan: „Dabei versucht unser Gehirn, diesen Zustand [der Bewußtheit] unter allen Umständen zu vermeiden“

Wie wunderlich unsere Wissenschaft arbeitet, zeigt sich besonders dann, wenn sie versucht, mit Hammer & Meißel in die geistigen Bereiche vorzudringen. 🤗

Wir sind es selber, die Bewußtheit vermeiden. Das versucht oder macht nicht das Gehirn.

Die meisten von uns setzen viel auf die Sinne, viele viel auf die Emotionen, einige etliches auf die Ratio, aber nur sehr wenige… etwas auf die Bewußtheit.

Steve Ayan: „das vermeintlich über den Dingen schwebende Bewusstsein ist eng an automatische Vorgänge gekoppelt“

Das Bewußtsein ist an gar nichts „gekoppelt“, auch nicht an „automatische Vorgänge“.

Steve Ayan: „Worauf sich Ihre Aufmerksamkeit richtet, welche Erinnerungen und Ideen Ihnen kommen, wie Sie die Menschen um sich herum wahrnehmen, was Sie aus der Flut der Eindrücke herausfiltern, wie Sie es interpretieren und welche Ziele Sie verfolgen – das resultiert aus automatischen Vorgängen“

Da steckt Richtiges drin, aber so wie er da steht, ist der Satz komplett falsch:

Muster-Erkennung und andere Abgleiche geschehen „automatisch“, das ist richtig (Funktionaler Verstand). Bei allen Menschen und auch bei den Tieren.

Interpretation und Zielverfolgung können eine Sache der Konditionierung und darüber eine der Automation sein – müssen aber nicht: Ist eine Frage der Wachheit.

Blickrichtung, Erinnerungen, Ideen… k ö n n e n  durch Konditionierung oder andere Impulse beeinflußt sein. Müssen aber nicht. Auch hier können bewußte Entscheidungen im Spiel sein. Grundsätzlich:

Der Mensch ist
kein  Automat !

Steve Ayan: „Der Autopilot im Kopf macht uns zu denjenigen, die wir sind – nicht das Bewusstsein.“

Damit wird ein anderer Satz variiert, nämlich dieser:

„Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern
umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“

― Karl Marx, 1859, Zur Kritik der politischen Ökonomie

Beide Formulierungen entsprechen nicht der Wahrheit.

Was hier mit Autopilot gemeint ist, unterscheidet sich nur nuanciert vom „Autopiloten“ vieler Tierarten. Also muß es da noch etwas anderes geben, was uns ausmacht, denn von den Tieren wollen wir uns doch unterscheiden – oder nicht?

Mein funktionaler Verstand (Autopilot) macht
mich jedenfalls nicht zu dem, der ich bin. 😉

Steve Ayan: „Die alte Unterscheidung zwischen dem triebhaften Unbewussten…“

Nicht alles, was unbewußt abläuft ist auch triebhaft. Ein paar Minuten auf nur einem Bein stehen bleiben zu können, benötigt viele Fähigkeiten, derer wir uns nicht bewußt sind, aber „triebhaft“ würde ich sie nicht nennen.

Steve Ayan: „…und dem rationalen Bewusstsein“

Das Bewußtsein ist nicht „rational“. Es hat mit der Ratio nichts zu tun. Das eine ist Vertikale, das andere Horizontale.

Der rationale Part des Verstandes, wie auch der funktionale Part stehen uns als Hilfsmittel zur Verfügung und werden (wie auch sonst alles) vom Bewußtsein gespiegelt.

Es fällt uns offenbar sehr schwer, die Ratio als kleiner zu sehen als das Bewußtsein.

Steve Ayan: „Das wahre Genie, das Probleme löst und unser Überleben sichert, ist das Unbewusste.“

Einem Betrunkenen würde ich so etwas nachsehen wollen. 🤗

Steve Ayan: „Bewusst und unbewusst sind keine Gegensätze.“

Doch, es sind Gegensätze.

Die Gegensätze lösen sich in dem Maße auf..,
wie wir uns erlauben, Bewußtheit zuzulassen.

Architektur

Zwölf-Ecken-Stein

Zwölf-Ecken-Stein (oder Zwölf-Seiten-Stein) in einer Mauer der Inka-Stadt Cuzco, Peru.

„Sie [die Inkas] verwendeten harte Granitsteine und nutzten […] den Effekt
des Reibungswiderstands: Die Steine wurden in ihren Lagerfugen so lange
aneinander gerieben, bis sie plan zueinander passten.“
― Bruder Albert

Frage: Ist es glaubhaft, was der Mann hier bezüglich der Fugentechnik sagt?

Lern-Effekt

Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt.

– Aldous Huxley

Erfahrung als Lerneffekt.

Diese Verknüpfung kennt auch die uns bekannte Wissenschaft, die sich wesentlich auf kontrollierte Erfahrung (Experimente, Studien) gründet.

Sie braucht aber noch ein Weiteres: Die Nutzung der Intelligenz, die erst ermöglicht es, die Rahmen für die Erfahrungen sinnvoll zu konstruieren und vor allem: Die Ergebnisse im Rahmen der Fragestellung richtig zu deuten.

Unsere Wissenschaft ist – trotz all ihrer „Fortschritte“ – von Haus aus so dumm wie ein einfaches Küchenmesser. Sie ist so dumm aufgrund ihrer unwissenschaftlichen Glaubensbekenntnisse, zum Beispiel des Glaubens, der Körper enthalte den Geist (Geist = ein Konglomerat aus vorwiegend kognitiven Eigenschaften) im Gehirn des Menschen.

Das ist ungefähr so, als wollte jemand (der den Menschen nicht kennt) dem Geist eines abgestellten Autos auf die Spur kommen, indem er es in sämtliche Einzelteile zerlegt, diese noch zersägt, spaltet, schmilzt, verdampft und sonstwie analysiert.
Auch mit experimentellen Umkonstruktionen kommt dieser Jemand nicht viel weiter. Erst, wenn er zumindest mal die These zuläßt, daß die Erklärung in etwas zu finden sein könnte, was sich nicht aus Konstrukt und Hardware allein offenbart, hat er überhaupt eine Chance.

Die Wissenschaft wird einen Quantensprung machen, sobald sie realisieren kann, daß wir in Wirklichkeit Geistwesen sind und die Körper lediglich Sekundär-Erscheinungen abgeben.

Das heißt, die Wissenschaft muß, nachdem sie den Körper nun ausgiebig studiert hat, ihr Augenmerk auf den Geist selber lenken. Dabei wird sie en passant noch mehr über den Körper erfahren.

Erste Voraussetzung ist jedoch, daß der Wissenschaftler aufhört, das Spirituelle a priori zu leugnen: Eigene Erfahrungen in Sachen Meditation sind zwingend erforderlich, andernfalls kann sich der Forscher der neuen Intelligenz-Qualität gegenüber nicht öffnen.

Hier macht ein weiterer Glaubenssatz Probleme: „Nichts geht über Objektivierbarkeit!“

Und ja, vieles subjektiv Ermittelte ist nicht objektivierbar. Braucht es auch nicht. Wir müssen uns daran gewöhnen, daß objektiv und subjektiv Ermitteltes gleichermaßen anerkannt nebeneinander bestehen kann.

Spiritualität = ist nicht identisch mit Religiosität im Sinne von Gläubigkeit.

Glaubenskonstrukte aller Art sind hier nicht nur nicht erforderlich, sondern extrem hinderlich.

Ja, wir können (und müssen) weiterhin wie unsere Mit-Wesen über Erfahrung lernen. Aber wir Menschen sind privilegiert: Wir haben zudem die Möglichkeit, via Intelligenz zu lernen, also ohne den (Um-)Weg über die Erfahrung.

Wir sollten uns erlauben, gelegentlich dieses Neuland des Lernens zu betreten. 🌿

Hybris

Archimedes_Hebel_460_Hybris+Luke+R+

Wer blind in das Machbare vernarrt ist, und sich um Verantwortung nicht schert, weil ihn die Folgen nicht interessieren, kann sich schon mal zu solchen Formulierungen versteigen. Es zeigt die Geistige Reife des Pubertierenden (3).

Die Hybris des Archimedes…
spiegelt die der Wissenschaft.

Wie fatal sich unachtsames Drauflosdenken auswirken kann, sehen wir daran, daß die Menschheit immer noch dabei ist, diesen Planeten mit riesigen Brechstangen zu traktieren – seine Verwüstung (in doppeltem Wortsinn) in Kauf nehmend. 

🍁 🍂 🍁

Entdeckungen wie die des Archimedes entfalten ihren Sinn in einem eingegrenzten Feld der Nützlichkeit.

Sein „Hebel“ zum Beispiel funktioniert als kleine Maschine nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Der Widerstand (Drehpunkt) ist einer davon. Ohne Widerstand – kein Hebel. In vielen Fällen bildet das, was wir Gravitation nennen, dem Hebel „Brechstange“ einen solchen Widerstand.

Allseits bekannte Hebel sind die Büchsen- und Flaschenöffner: Während die rechte Hand hebelt, bildet die linke den Widerstand.

Die entsprechenden Formeln, die von vermeintlichen Naturgesetzen abgeleitet wurden, funktionieren nicht allgemein, sondern immer nur dann, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.

Archimedes hat den Hebel nicht erfunden, der wurde bereits weit vor ihm… rund um den Globus angewendet. Selbst von Tieren und auch als Werkzeug, das heißt: In zielgerichteter Absicht.

Sein Verdienst ist die Entwicklung einer Formel-Sprache, die global von den Mechanikern (gleiche Bedingungen vorausgesetzt) verstanden und eingesetzt werden kann: „Kraft mal Kraftarm = Last mal Lastarm“.

Haben wir etwas für unsere Interessen Nützliches gefunden, fein.
Das bedeutet aber nicht, daß wir Bedeutendes verstanden hätten.

Wissenschaft

Die Wissenschaft kennt kein Mitleid.

– Romain Rolland

Die Wissenschaft kennt Vieles nicht:

  • Die Wissenschaft kennt keine Liebe.
  • Die Wissenschaft kennt keine Achtung.
  • Die Wissenschaft kennt keine Grenzen.
  • Die Wissenschaft kennt kein Mitgefühl.
  • Die Wissenschaft kennt keine Weisheit.
  • Die Wissenschaft kennt kein Vertrauen.
  • Die Wissenschaft kennt keine Ehrfurcht.
  • Die Wissenschaft kennt keine Intelligenz.
  • Die Wissenschaft kennt keine Meditation.
  • Die Wissenschaft kennt keine Bewußtheit.
  • Die Wissenschaft kennt keine Herzensbildung.

Das alles müssen wir in sie einbringen — wenn sie nicht schaden soll, denn:

Wissenschaft ist trotz ihrer Fähigkeiten…
so dumm wie ein scharfes Küchenmesser.

Und schließlich einer ihrer Motoren:

  • Die Wissenschaft kennt keine Zufriedenheit.

Letzte Ziele?

Intelligenz macht uns die Wechselbeziehung von Mitteln und Zwecken deutlich. Aber bloßes Denken kann uns keinen Sinn für die letzten und fundamentalen Ziele geben.

– Albert Einstein

Albert Einstein: „Intelligenz macht uns die Wechselbeziehung von Mitteln und Zwecken deutlich.“

Wenn wir intelligent verfahren, werden wir immer zwischen Mittel und Zweck (im Sinne von Ziel) klar unterscheiden. Aber Achtung:

Wissenschaft = ist Mittel.

Manchmal ein gutes, manchmal ein schlechtes, aber niemals End-Zweck!

Albert Einstein: „Aber bloßes Denken kann uns keinen Sinn für die letzten und fundamentalen Ziele geben.“

1. Ja, denn dazu ist das Denken nicht in der Lage. Auch das Denken ist bloß ein – zwar in manchen Bereichen nützliches, aber in anderen… komplett untaugliches – Mittel.

2. Die Formulierung „bloßes Denken“ ist unsinnig, weil hiermit suggeriert wird, es gäbe noch andere Formen oder Add-ons des Denkens. Denken ist Denken und nichts sonst. Es ist Unterstützung, hat also bloß Hilfsfunktion. Für die wesentlichen Dinge des Lebens ist das Denken irrelevant.

3. Das Wort „Ziel“ ist in diesem Zusammenhang ebenfalls unsinnig: Welches Ziel hat die Sonne, wenn sie gerade aufgeht? Den Zenit? Den Untergang? Etwas dazwischen? Welches Ziel hat der Baum, wenn die beiden ersten Blättchen die Schale des Samens durchbrechen? Jeder einzelne Augenblick im Leben des Baumes hat seinen eigenen Wert.

Ziel = ist bloß eine Idee.
Ziel ist ein Konstrukt des Verstandes.

Es gibt kein Ziel, außer wir formulieren gerade eines. Dann geben wir ihm gerne einen hohen Wert, dem wir Weg & Mittel sträflich wert-unterordnen. Sträflich, weil auch für unser Leben gilt:

Der einzelne Augenblick
…hat den höchsten Wert.

Ob der Verstand, ob unser Denken damit in Übereinstimmung geht, oder nicht.

Wissen / Weisheit

Isaac Asimov, Weisheit, Wissen, Wissenschaft, Schule, Bildung, Nirmalo,

Ja, es ist fatal, daß der Menschheit derzeit so viel an Wissen zur Verfügung steht, auch das wissenschaftlich gesammelte und das Ingenieurs-Wissen, aber die Geistige Reife des Menschen kollektiv gesehen, nicht mitgewachsen ist; daß die Weisheit auf der Strecke geblieben ist, weil unsere Schulweisheit von Weisheit nichts weiß. Das ist eine gefährliche Situation: So als würde man den Kindern Waffen an die Hand geben.

Anmerkung:

Wissen läßt sich sammeln, es ist objekthaft.
Weisheit jedoch läßt sich nicht ansammeln.

Aber warum sollten wir auch etwas sammeln wollen, was uns eh die ganze Zeit über zur Verfügung steht?

Nichts ist uns fremd

Die größte Gefahr, vor der wir stehen, sind wir selbst – unsere irrationale Angst vor dem Unbekannten. Aber es gibt kein Unbekanntes. Nur Dinge, die vorübergehend verborgen sind, vorübergehend nicht verstanden.

– Gene Roddenberry

Ja, „die größte Gefahr, vor der wir stehen, sind wir selbst“, aber nicht wegen einer „irrationalen Angst vor dem Unbekannten“, sondern wegen unserer geistigen Unreife, die sich in mangelndem Unrechtsbewußtsein zeigt. Unser geistiges Reifen hält mit der rasanten Entwicklung in Wissenschaft, Forschung und Technik nicht mit.

Angst ist immer „irrational“. Sie ist von der Ratio getrennt. Ihre Wurzel ist die Furcht vor Auslöschung. Während einiger spannender Filmsequenzen, die wir „packend“ nennen, können wir sie während eines Kino-Besuchs in Funktion erleben.

Gene Roddenberry: „Aber es gibt kein Unbekanntes.“

◾ JA, soweit du es allumfassend (spirituell) meinst.
◾ NEIN, soweit du unsere menschlichen Erfahrungsmöglichkeiten meinst, denn hier sind wir sehr eingeschränkt:

Wie sich der eigene Körper mit einem elefantösen Rüssel anfühlt, wird dem Hasen… Zeit seines Lebens verborgen bleiben. Genauso können auch wir nur die Erfahrungen (inklusive der intellektuellen) machen, die wir im Rahmen unserer Inkarnation als Menschenwesen machen können.

◾ JA: Letztlich ist uns nichts im Universum fremd.
◾ Jedoch als Mensch haben wir nur beschränkten Zugang:

  1. Es gibt Sachen, die wir individuell oder kollektiv bereits erdacht, erkannt, erfunden oder erlebt haben.
  2. Es gibt Sachen, die wir bisher noch nicht erdacht, erkannt, erfunden oder erlebt haben, aber (zumindest zum Teil) irgendwann erdacht, erkannt, erfunden oder erlebt haben werden.
  3. Es gibt Sachen, die wir in dieser Frequenz niemals erdenken, erkennen, erfinden oder erleben werden/können.

Der Raum des Erforschbaren ist immer noch groß genug, sodaß wir Zeit unseres Lebens genug zu tun haben. – Allein damit, die Folgen dessen, was wir in den letzten paar hundert Jahren mit unserem kindischen (2) Vorgehen versaubeutelt haben, einigermaßen zu korrigieren.

(Kindisches Vorgehen = Tun ohne Verantwortungsbewußtsein)