Lüge & Selbstbetrug

„Wir lügen rund 200 Mal am Tag, da ist sich die Wissenschaft         inzwischen ziemlich einig.“   (WAZ-Headline vom 02.11.2012) 

Ist die Wissenschaft inzwischen in einem solchen Zustand?

Selbst einen sehr bekannten unterhaltenden Moderator hörte ich auf die direkte Frage nach seiner persönlichen Einstellung zur Lüge, ausweichend den Blödsinn von den „200 mal am Tag“ wiederholen. Dabei ist es schier unmöglich… so oft zu lügen.

Statt es einfach an sich selber zu beobachten (das würde jeden sofort eines Besseren belehren), glaubt man lieber solch einen unterirdischen (wissenschaftlich bestätigten) Quatsch und verbreitet den dann auch noch weiter!

Selbst dann, wenn jemand „nur“ 20 mal am Tag lügen würde – das wäre schon von ihm selbst nicht auszuhalten! Ihm selber würde schon… speiübel werden. Und innerhalb von vierzehn Tagen hätte dieser Mensch sämtliche Spiegel abgehängt: Wer will denn schon so jemandem in´s Gesicht sehen?

Wahrhaftigkeit ist auch
eine Frage der Ästhetik.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich und wie gerne hinter einem Buchtitel verstecken und ihn als Bollwerk zu ihrer Rechtfertigung mißbrauchen, wie zum Beispiel hinter diesem: „Lob der Lüge: Warum wir ohne sie nicht leben können“.

So weit kann es gehen mit der „Experten“-Hörigkeit. Auf diese Weise belügen wir uns erfolgreich selbst und benutzen andere zu unserer Bestätigung. 

Wer lügt, hat bloß Angst
vor der eigenen Courage.

Wahrheit  📌