Bewußtheit

Bewußtsein

Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.

– Karl Marx

Es ist der unbewußt agierende konditionierte Verstand, von dem du hier sprichst, von einer, wie du wohl glaubst, geprägten Denkweise.

Das Bewußtsein ist eine andere Kategorie, eine Kategorie jenseits von Kategorien. Es spiegelt unser komplettes persönliches und gesellschaftliches Sein: Alle Gedanken, sämtliche Ideen, alle körperlichen Empfindungen und das ganze Panoptikum der Gefühle.

So können wir uns der Aktivitäten des konditionierten Verstandes bewußt sein. Wir können beobachten, wie wir funktionieren, sogar sehen, ob und wie wir uns manipulieren lassen. Sei es durch die Ideen anderer oder durch unsere eigene Vorstellungswelt.

Das Bewußtsein wird durch nichts bestimmt und
das Bewußtsein bestimmt nichts, bewertet nichts.

Es ist einfach immer da.
Unberührt. Sieh selbst !

Ähnlich, wie ein Spiegel nichts ausläßt und neutral
und unberührt alles zeigt…, was vor ihm erscheint.

Konditionierung wird die Prägung genannt, die wir von früh an erst durch die uns nächsten Personen und etwas später durch andere für uns einflußreiche Personen der engeren Gemeinschaft erfahren haben. Doch wir können uns unserer Konditionierung bewußt sein.

Das Bewußtsein ist größer als alle Konditionierung plus der Summe all unserer Handlungen und kognitiven Konstruktionen, die allesamt vor ihm erscheinen, wie vor einem blanken Spiegel.

Nichts und Niemand, keine Konditionierung, kein Umgang, kein Einfluß, keine Predigt, keine Indoktrination, kein Umstand, keine Manipulation: Nichts kann dem Bewußtsein etwas anhaben.

Das Bewußtsein
ist kein Objekt !

Einem Objekt können wir uns von Außen nähern dem Bewußtsein nicht. Des Bewußtseins können wir uns nur von innen her bewußt sein.

Meditierenden ist das wohl vertraut.


Unteilbar

Bewußtsein gibt es seiner Natur nach nur in der Einzahl.

– Erwin Schrödinger

Ja, es gibt nur EIN Bewußtsein. Die gute Nachricht: Wir müssen es uns nicht teilen. Können wir auch gar nicht. Wir können es auch nicht horten oder verknappen.

AtomosDas Bewußtsein ist unteilbar.

Du hast ein 100% vollständiges und ich habe das selbe 100% vollständige Bewußtsein. Es ist und bleibt unbewegt und unverändert.

C – Bewußtsein 

B – Bewußtheit 

1. Wahrnehmung (via die 24 Sinne des Menschen)
2. Intellekt (Kognition, Ego, Moral)

A – Unbewußtheit

3. Emotion (Fundus der Dramen)
4. Instinkt (unser Verbindungsglied zu den anderen Tieren)

Es ist nicht unbedeutend, auch die Wahrnehmung als solche zu differenzieren:

  • Bewußte Wahrnehmung
  • Unbewußte Wahrnehmung

Realität & Wirklichkeit

Realität wird durch Beobachtung geschaffen.

– Niels Bohr

• Keine Person sieht das Selbe wie eine beliebig andere.
• Jede neue Perspektive zeigt uns eine neue Gestalt.
• Das Gleiche ist nie (dasselbe wie) das Selbe.
• Nichts Anderes kann das Selbe sein.
• Nichts ist, wie es zu sein scheint.

Mindestens zwei Begriffe müssen wir deutlich unterscheiden:

◾ Realität  und
◾ Wirklichkeit

Die Begriffe Realität und Wirklichkeit sind nicht synonym, sie bezeichnen nicht das Selbe.

Realität ist als unsere Projektion
nur eine scheinbare Wirklichkeit.

Die Wirklichkeit ist, wie sie ist. Und so wie sie ist, ist sie uns schon allein wegen der Begrenztheit unserer menschlichen Möglichkeiten der Wahrnehmung nahezu vollständig unbekannt.

Die Realität ist das, was wir „real“ nennen. Sie ist unsere Interpretation einiger Fragmente der Wirklichkeit, die wir vorwiegend über den Filter unserer Sinne wahrnehmen. Die Realität gestaltet sich über unsere Art und Weise, wie wir die Dinge beobachten, benennen, bewerten und einordnen.

Realität = ist nur eine Schein-Wirklichkeit, die darum im Osten Maya = Illusion genannt wird.

Realität ist nichts als unsere
Sichtweise + Interpretation.

Dennoch ist der Begriff „Realität“ im gesellschaftlichen Leben als eine Art „Arbeits-Begriff“ nützlich und dringend erforderlich.


Satori

Auch ein Satori zeigt dem Sehenden nur das, was er sieht und was er sehen, bzw. erleben soll: Einen winzig kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit, der sich anschließend als eine beeindruckende Erinnerung (Initiation) im Gedächtnis ablegt.

Niemand sonst sieht
und erlebt das Selbe.

Selbst der das Satori Erlebende
selbst ist nicht mehr der Selbe.


Singularität

Die totale Anzahl von bewußten Geistern im Universum ist Eins. Tatsächlich ist das Bewußtsein eine Singularität, die auf alle Wesen aufgeteilt ist.

– Erwin Schrödinger

  • Ja, das Bewußtsein ist eine Singularität.
  • Nein, es ist nicht „auf alle Wesen aufgeteilt“, denn das Bewußtsein ist unteilbar.

Wenn wir von Bewußtsein oder Wachsamkeit sprechen, müssen wir unterscheiden zwischen:

  1. Wach sein = Aus dem (nächtlichen) Schlaf erwacht sein. Hierbei sind wir passiv, das heißt: Dieses Wachwerden geschieht (wie das Einschlafen) ohne unser Wollen. Das Wachsein zeigt sich in unterschiedlichen Graden.
  2. Unbewußte Wahrnehmung = bezeichnet das, was wir einerseits zwar wahrnehmen, aber andererseits auch wieder nicht: Es ist uns nicht bewußt. 
  3. Bewußt sein = Im Sinne von Achtsamkeit: Sich seiner Gedanken, Gefühle und Handlungen bewußt sein. Hier können wir aktiv sein, wir können es wollen. Wir können bewußt (im Sinne von achtsam) sein und auch sein wollen. Auch dieses bewußt-sein zeigt sich in unterschiedlichen Graden.
  4. Bewußte Wahrnehmung = Die entfaltbare Fähigkeit zur bewußten Wahrnehmung alles Wahrnehmbaren (was weit mehr ist als Achtsamkeit).
  5. Bewußtsein = Das Bewußtsein, welches all unser Denken, Fühlen und Handeln (einem Spiegel ähnlich) beobachtet. Das Bewußtsein, das sich niemals verändert und auf welches wir keinerlei Einfluß nehmen können. Das Bewußtsein gibt es nicht im Plural; es ist still, zeitlos (ewig/gegenwärtig), raumlos, formlos, farblos, bewegungslos (teilnahmslos) und immateriell, also unteilbar. 

Gemeinhin denken wir, daß wir „bewußtlos“ waren, wenn wir uns über einen längeren Zeitraum hinweg an rein gar nichts erinnern können, aber sogar die…

Anästhesie kann das Bewußtsein nicht berühren, sie kann nur die Erinnerungen rauben.

– Sadhguru

Denn Bewußtsein und Erinnerung sind Zweierlei und grundverschieden!

• Die Erinnerung ist brüchig, unser Gedächtnis unzuverlässig.
• Anders das Bewußtsein: Es ist immer. Und immer zu 100%.

Oft sind wir uns des Tages-Bewußtseins nicht bewußt, doch ist die fehlende Erinnerung an irgendeine Lebenssituation nicht identisch mit „abwesendem Bewußtsein“. Denn das gibt es nicht.


Apropos Gedächtnis

Meditierenden ist es bestimmt schon mal aufgefallen: Ohne Bewegung (Geschehen) keine Erinnerung! Ohne Gedanken (-Bewegung) keine Aufzeichnung.

Erinnerungen sind
notierte Bewegung.

Absolute Präsens = Keine Erinnerung.

Unser Erinnerungsvermögen ist auf Bewegung angewiesen.

Leere, totale Stille fällt raus,
kann nicht erinnert werden.


Die Gesamtzahl aller „Bewußtheiten“ ist immer bloß „eins“.

– Erwin Schrödinger

Ja, das Bewußtsein ist kein durch irgendwelche Umstände formbares oder teilbares Objekt. 

Wir sind EIN Bewußtsein

  • mit unterschiedlichen Körpern
  • mit unterschiedlichen Geschlechtern
  • mit unterschiedlichen Konditionierungen
  • mit unterschiedlichen kognitiven Voraussetzungen
  • mit unterschiedlichen Denk-Konstrukten
  • mit unterschiedlichen Vorstellungen
  • mit unterschiedlichen Fähigkeiten

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