Philosophische Tools

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Wollen & Können

Daß in einem philosophischen Gespräch überhaupt die Möglichkeit für Verstehen gegeben ist, dafür gibt es naturgemäß ein paar Voraussetzungen, bzw…  Barrieren.

Verständnisvoraussetzungen:

1. Verstehen wollen
2. Auch abstrahieren können
3. Logik als Konstrukt sehen können
4. Abstand zum Verstand erkennen können
5. Eine Metapher als Metapher begreifen können
6. Das Ego ein paar Schritte zurück treten lassen können

Kann auch nur einer dieser Punkte nicht bedient werden, ist das Gespräch sehr schnell am Ende, bzw. die Teilnehmer verhakeln sich ausweglos in intellektuellem Gestrüpp.


Definition

Die Definition ist ein einfaches (!) Kommunikations-Hilfsinstrument.

Definition = ist eine augenblickliche Erklärung durch eine kurze erweiterte Beschreibung eines Begriffs, welcher möglicherweise nicht selbsterklärend ist oder verwendet wurde und dient somit der unkomplizierten und unmittelbaren Verständigung.

Darüber hinaus hat die Definition keine Existenzberechtigung, denn: Kann ein Begriff vom Rezipienten (vielleicht sogar von Jedermann) bereits unmittelbar (ein-) gesehen werden, muß er nicht weiter ausgeführt und erläutert werden.

Aber Achtung: Willkürlich oder unwillkürlich gesetzte Denk-, Vorstellungs-, Erkenntnis- oder Verstehens-Blockaden von Seiten des Rezipienten, können durch keine zusätzliche Erläuterung (Definition) aufgehoben werden.

Aufgabe der Definition = ist, den Weg zum Verständnis dessen, was tatsächlich gemeint ist, effizient zu verkürzen!

Künstliches (unnützes) Verkomplizieren ist nicht „definieren“.

Definieren steht im Dienst der
Klarheit nicht der Konfusion.


Konstrukte

1. Wir unterscheiden hier zwischen:
◾ Konstrukt und Realität.

2. unterscheiden wir zwischen:
Realität und Wirklichkeit.

3. unterscheiden wir zwischen:
◾ Wirklichkeit und Wahrheit.

Konstrukt = ist nicht identisch mit der Realität. Das Konstrukt ist nicht real. Es soll lediglich (als erdachtes Hilfsinstrument in einem gewissen Zeitrahmen) zielführend Unterstützung bieten.

4. unterscheiden wir:
◾ Bekannte Konstrukte
◾ Unbekannte Konstrukte
◾ Internalisierte Konstrukte

Internalisierte Konstrukte sind keine natürlichen, sondern solche Gebilde, die wir als von uns erdachte… schon nicht mehr erkennen können. Solche Hilfs-Mittel kennen wir unter anderen als…

A – Hypothese …in Wissenschaft und Forensik
B – Modell …in der theoretischen Physik und der Architektur
C – Axiom …in Mathematik und Geometrie
D – Geld …im Handel
E – Moral …in der Gesellschaft
F – Logik …in der Abteilung „Denken“
G – Zeit …in der Gesellschaft
H – Und noch viele andere. . .

Einige von ihnen nehmen wir schon längst nicht mehr als das wahr, was sie lediglich sind: Vom Menschen ausgedachte Hilfs-Ideen, also… keine Naturgesetze!

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Abstrakte Konstrukte haben ihre Berechtigung aufgrund ihrer Nützlichkeit. Ihre Wirklichkeit ist hier nicht erforderlich. Doch sollten wir zwischen abstrakten Konstrukten und der Wirklichkeit von etwas… klar  u n t e r s c h e i d e n  können.


Logik

Die Logik hat nur unterstützende Funktion.

Ein Werkzeug ist niemals per se… von Wichtigkeit. Werkzeuge sind immer nur
unterstützende Elemente. Erst und nur durch den Bezug auf etwas, bekommen sie ihre Wertigkeit.

Die Logik ist ein Modul; sie ist ein Unterwerkzeug des Verstandes: Zu allem, was über den Verstand hinaus geht, hat die Logik keinen Zugang. Dazu fehlt ihr die Kompetenz. 


Verstehen

Verstehen = ist ein kurzer Moment direkten (aber nicht objektivierbaren) Wissens.

Wie umfangreich und langwierig die Vorbereitungen auch gewesen sein mögen:

Verstehen benötigt keine Zeit.

Die Erinnerung an den Moment des Verstehens ist jedoch nur noch eine wie jede andere und nicht das Verstehen selbst.


Wahrheit

Ein berühmter Wissenschaftler* unterschied einmal zwischen trivialen und großen Wahrheiten. Das ist sehr hilfreich! Denn eine detaillierte Differenzierung des Begriffs Wahrheit ist zwingend erforderlich.

Zum Raum der trivialen Wahrheiten hat die Logik die Zugangsberechtigung; der Raum der größeren Wahrheiten bleibt ihr verschlossen.

Wahrheit, Nirmalo,

Zwei Hinweise:

  1. Vier dieser acht Facetten gehören zur Horizontalen, die übrigen vier… zur Vertikalen.
  2. Die zur Horizontalen gehörenden Facetten der Wahrheit sind objektivierbar, die zur Vertikalen… nicht.

Die (( 5 )) Sinne des Menschen

Die Bildung der fünf Sinne ist eine Arbeit der ganzen Weltgeschichte.

– Karl Marx

Fünf Sinne werden dem Menschen zugesprochen. Wohl, weil man ihnen ursprünglich fünf „Organe“ zuordnen konnte, wenn man mochte. Irgendwann hat man den Fünfen noch einen sechsten hinzu gefügt („Gleichgewichtssinn“), aber was ist mit den vielen anderen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Wahrnehmung des Menschen?

  1. Sinn für das Wahrnehmen von Licht und Farben
  2. Sinn für das Wahrnehmen von Geräuschen
  3. Sinn für das Wahrnehmen von Gerüchen
  4. Sinn für das Wahrnehmen von Geschmack
  5. Sinn für das Berühren (Tast-Sinn)
  6. Sinn für körperliche Zuordnung (z.B. Balance halten können)
  7. Sinn für das Wahrnehmen von Emotionen
  8. Sinn für Erinnerung
  9. Sinn für das Unterscheidungsvermögen
  10. Sinn für Ästhetik
  11. Sinn für instinktives Handeln (z.B. Arterhaltung)
  12. Sinn für Sprachen
  13. Sinn für das Erkennen von Wahrheit
  14. Sinn für das Wahrnehmen von Liebe
  15. Sinn für das Ermöglichen von Verständigung
  16. Sinn für Leichtigkeit (Leicht-Sinn)
  17. Sinn für kognitives Lernen
  18. Sinn für nicht-intellektuelles (z.B. körperliches) Lernen
  19. Sinn für intuitives Erfassen
  20. Sinn für ziel- und zweckorientiertes Handeln
  21. Sinn für die Wahrnehmung und Einordnung von Erkenntnis
  22. Sinn für seltene oder unbekannte Fertigkeiten oder Fähigkeiten der Wahrnehmung
  23. Sinn für das Wahrnehmen körperlicher Empfindungen (nicht Tastsinn)
  24. Sinn für das Wahrnehmen von Berührung (Berührtsein)
  25. Sinn für „Werte“, die die Bedürfnislage des Individuums und des Egos übersteigen (z.B. Spiritualität)

Habe ich weitere menschliche Sinne übersehen? Bestimmt!

  • Sinn für Verantwortung, zum Beispiel

Aspekte der Freiheit 

Freiheit ist einer der Begriffe, die mehrere Bedeutungen haben können. Es macht Sinn, gleich zu klären, von welcher Art Freiheit gesprochen wird.

Differenzierung:

  • Handlungs-Freiheit
  • Universelle Freiheit
  • Freiheit des Willens
  • Körperliche Freiheit
  • Gedankliche Freiheit
  • Wahrnehmungs-Freiheit

Einige Aspekte der Freiheit sind durch andere Menschen einschränkbar, andere nicht.

Eine weitere, ebenfalls nicht unbedeutende Differenzierung:

  • Freiheit von… etwas
  • Freiheit für…. etwas

Paradoxon

Wir nennen etwas oder eine Situation paradox, wenn sich zwei sich widersprechende Wahrheiten zeigen und keine von beiden als unwahr ausgeschlossen werden kann.

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Das kann passieren, wenn wir alle „Wahr-heiten“ auf nur einer einzigen Ebene sehen (wollen oder können).

Sobald wir von mehreren unterschiedlichen Ebenen ausgehen, werden wir sofort sehen können, daß sich die beiden „Wahrheiten“ gar nicht in die Quere kommen, da sie auf verschiedenen Ebenen bestehen.


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*) Niels Bohr