Reife

Geistige Reife, Nirmalo,

Die Geistige Reife

Metapher = ist eine Kommunikationshilfe. Sie kann aus einem Wort, einer kleinen Szene oder aus einem einfachen Bild bestehen und innerhalb einer mündlichen oder schriftlichen Kommunikation in kürzester Zeit eine (Er-)Klärung, zumindest ein leichteres Verstehen begünstigen.
  
Die Typisierung (1) bis (7) ist weder ein Mittel zur Pathologisierung, noch eines der Stigmatisierung. Sie dient als Hilfskonstrukt dem Verständnis außerkontextueller Probleme.
 
Ein außerkontextuelles Problem weist auf ein Phänomen, das im Kontext des Wahrnehmenden (ohne eine weitere Hilfsidee) nicht gesehen, also auch nicht verstanden und deshalb nicht gelöst werden kann.
 
(7) – Mystiker – Der ins Schweigen gehende…
(6) – Weise – Der weise Alte
(5) – Lehrer – Der lehrende Mentor mit Herzens-Bildung
(4) – Erwachsene – Der VERANTWORTUNGs-bewußte Mensch – (Halbzeit)
(3) – Rebell – Der Alles in Frage stellende, respektlose Jugendliche
(2) – Kleinkind – Das nach Zuneigung & Aufmerksamkeit verlangende
(1) – Baby – Das sich alles einverleibende, nimmersatte 

Geistige Reife, Nirmalo,
Die sieben Stufen der Geistigen Reife am Bild des sich entwickelnden Mannes.

Auf den Ebenen (1) bis (3) der Geistigen Reife ist „brauchen“ vorrangig.
Auf den Ebenen (4) bis (6) der Geistigen Reife ist „geben“ vorrangig. 


Indizien 

Indizien für die höheren Stufen geistiger Reife:

  • Soziale Kompetenz
  • Kreativität (auch im Denken)
  • Empathiefähigkeit
  • In-Stille-sein können
  • Abstraktionsvermögen
  • Akzeptanz unterschiedlicher (Denk-)Fähigkeiten
  • Authentizität
  • Eigene Konditionierungen erkennen
  • Fähigkeit zu Perspektivenwechsel
  • Intuition nutzen
  • Zwischen Gewußtem und Geglaubtem unterscheiden
  • Selbstbewußtsein
  • Offenheit für das Leben
  • Fähigkeit zur Selbst-Beobachtung
  • Verantwortungsbewußtsein
  • Gemeinwohl-Denken
  • Breite Nutzung der Intelligenz
  • Andersartigkeit und Fremdheit „aushalten“
  • Befähigung zur Wahrhaftigkeit
  • Über-logische kognitive Fähigkeiten
  • Einfühlungsvermögen
  • Selbständiges Denken
  • Flexibilität
  • Intelligent kommunizieren können
  • Achtsamkeit
  • Denkweisen anderer erkennen und respektieren
  • Schweigen (aushalten)
  • Befähigung zur Selbsterkenntnis
  • Zuverlässigkeit (uneingefordert) bieten
  • Offenheit für (neue) Einsichten
  • Bewußtheit
  • Verzichten können auf feste Meinungen und Standpunkte
  • Sichtweisen anderer differenziert sehen und aushalten
  • Lernbereitschaft im umfassenden (nicht bloß intellektuellen) Sinne 

Geistige Reife, Nirmalo,

Die Graphik zeigt:
Im Reife-Feld befindet sich…

  • das Baby zwischen Mystiker und Kleinkind
  • das Kleinkind zwischen Baby und Rebellen
  • der Rebell zwischen Kleinkind und Erwachsenem
  • der Erwachsene zwischen Rebellen und Lehrer
  • der Lehrer zwischen Erwachsenem und Weisen
  • der Weise zwischen Lehrer und Mystiker
  • der Mystiker zwischen Weisem und Baby

Jeder von uns kennt sämtliche Aspekte der Geistigen Reife.

Und alle haben ihre Berechtigung. Den gravierenden Unterschied macht bloß die unterschiedliche Dichte der verschiedenen Elemente zu einem gegebenen Zeitpunkt oder in einer konkreten Situation. 

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon mal erlebt, wie sogar ein kleines Kind weise (6) spricht oder sich weise verhält und sich andererseits ein alter Mensch kindisch (2) benimmt. Vieles in Politik und Gesellschaft verstehen wir besser oder überhaupt erst, wenn wir diese sieben Ebenen der Geistigen Reife als Referenz nehmen.

Sogar unser eigenes Verhalten, unsere eigenen Äußerungen und unsere eigenen Motivationen lassen sich mit ihrer Hilfe gut einordnen und damit besser verstehen. So können wir ziemlich gut sehen, auf welcher Ebene wir uns gerade jetzt, in diesem Augenblick, befinden.

 

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Geistige Reife… wird leicht verwechselt mit dem beliebten (weil Ego-aufbauschenden) „IQ“. Dieser Quotient hat nur wenig mit Intelligenz und gar nichts mit Weisheit zu tun. Umgekehrt: Allein der Wunsch, einen hohen IQ attestiert zu bekommen, zeigt eine eher kindliche Reifestufe (2), weit entfernt… von der Weisheit (6).

Was diese Tests jedoch bieten könnten – vorausgesetzt, sie sind mit Neuro- und anderen Wissenschaftlern abgestimmt und intelligent gestaltet: Die Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen (angelegten) kognitiven Fertigkeiten frühzeitig zu erkennen.