Die Ehe

Die Ehe soll unablässig ein Ungeheuer bekämpfen, das alles verschlingen will, was an ihr erhaben ist: Die Gewohnheit.

– Honoré de Balzac

Die Ehe ist ein miserabel konzipiertes Gesellschaftsspiel.

Warum eigentlich sollte sich eine lebensfrohe Frau mit nur EINEM Mann (für alle Fälle) begnügen, wo sie doch so viele verschiedenartige Interessen, Neigungen, Wünsche und Bedürfnisse hat? Warum sich nicht eine lockere, also eine sich gegenseitig Raum gebende Beziehung zu mehreren Männern gönnen?

Einen Mann für den Garten, einen für das Maschinelle, einen für´s Feingeistige, einen für die Lust, einen für die Berge, einen für´s Städte-Reisen und noch einen…

Wozu sollte sie sich unnötige (Selbst-)Beschränkungen und EinEngungen auferlegen?

So ganz nebenbei werden dadurch auch die Männer… an die eigene Emanzipation herangeführt. Die alten Krusten der Konditionierung brechen auf, das Verhalten zwischen den Menschen wird geschmeidiger und den Eifersuchts-Dramen gehen, wegen schmelzender starrer Regelkonstrukte, langsam aber sicher… die Energie aus.

Aber ja:
Zur Freiheit des Menschen gehört ebenfalls, daß er an
seinen selbstgestrickten Dummheiten festhalten kann.

Leiden inklusive.

Es liegt an uns, wie viel Intelligenz wir in die Art
unseres Miteinanders einfließen lassen wollen.

Freiheit  📌

Der Beobachter

Der Beobachter ist mit der beobachteten Realität untrennbar verbunden.

― Werner Heisenberg

A – Das ist richtig in dem Sinne, wie der Werner seinen Satz wohl versteht: Ohne Beobachter keine „Realität“. Ohne Spiegel nichts Gespiegeltes.

B – In einem anderen Sinne ist er nicht richtig: Zwischen dem Beobachter und dem, was wir im alltäglichen Leben „Realität“ nennen, gibt es keine „Verbindung“. So, wie es auch zwischen einem Spiegel und dem Gespiegelten keine wirkliche Verbindung gibt.

Alles Geschehen hat keinen
Einfluß auf den Beobachter.

So, wie auch Gespiegeltes keine Wirkung auf den Spiegel ausübt.

Grenzen des Verstandes

Die Innerlichkeit spiritueller Erfahrungen kann nicht analysiert werden, ohne sich in logische Widersprüche zu verstricken.

– Ken Wilber

Es gibt sehr viele „Dinge“, die nicht analysiert werden können: Die bedingungslose Liebe ist dafür ein Beispiel. Alles, was größer ist als der Verstand, kann nicht mit ihm, also auch nicht mit der Logik – auf welche Weise auch immer – angegangen werden.

Die Logik ist ein Instrument des intellektuellen Teils des Verstandes.

Elemente der Logik:

  • Bestätigung & Widerspruch
  • Folgerichtigkeit
  • Systematisieren
  • Objektivieren
  • Analysieren

Wir müssen realisieren, daß die Welt jenseits des Verstandes (mit dessen Tendenz zur Einordnung) nicht aufhört, sie hier aber nicht objektiviert werden kann.

Wenn wir die Vertikale auf der Horizontalen erklären wollen, tauchen scheinbar „logische Widersprüche“ auf, da das Größere nicht durch das kleinere System verstanden werden kann.

Im Spirituellen sind Widerspruch & Einverständnis irrelevant. Hier hat der Verstand mit seinen begrenzten Möglichkeiten keinen Zutritt, kurz:

Spirituelles
geht den Verstand nichts an. 🌻

Um das verstehen zu können, braucht es einen Abstand zum Verstand in der Art, wie wir ihn auch zum Computer haben, wenn wir ihn gebrauchen.

Er hat nun mal ein sehr eng begrenztes Aufgabengebiet. Wenn wir es intelligent anstellen, werden wir vom Verstand nicht mehr verlangen, als er von seiner Natur her zu leisten imstande ist.

Freie Liebe

Liebe kann man erbetteln, erkaufen, geschenkt bekommen, auf der Gasse finden, aber rauben kann man sie nicht.

– Hermann Hesse

Hier sind wir nicht ganz einig, denn das ist – bei aller Liebe – nicht wahr:

Wir können alles Mögliche
erbetteln, aber keine Liebe.

Ja, es kann sein, daß du irgend etwas erbettelst und du bekommst Liebe. Doch dann kommt sie aus freien Stücken, aber nicht aufgrund deiner Bettelei.

2. Du kannst Liebe auch nicht erkaufen. Du kannst die körperliche Zuwendung eines Masseurs erkaufen, das ist üblich. Sollte dabei auch Liebe fließen, bekommst du sie gratis.

Andererseits kannst du noch so viel drauflegen: Wenn sie nicht fließt, läßt sie es.

Oder meinst du die sexuelle Begegnung? Die kannst du erkaufen, denn hier geht es um körperliche Zuwendung. Daß dabei viel Liebe fließt, ist zwar eher unwahrscheinlich, andererseits aber auch nicht ausgeschlossen.

Liebe bekommen wir
immer nur geschenkt.  Ausschließlich!

Und wir finden sie überall fließen: „Auf der Gasse“, in „hohen Häusern“, selbst in „Freudenhäusern“. Es gibt keinen Ort der Welt, wo sie nicht fließen kann, aber:

Liebe entzieht sich den
Gesetzen des Handels !

Dienstleistungen aller Art sind – wie Waren – den Gesetzen des Handels unterworfen, doch die Liebe ist immer und überall absolut frei.

5. Ja, rauben kann man Liebe genauso wenig, wie man Intelligenz rauben kann.

Bewegung

Jede Bewegung verläuft in der Zeit und hat ein Ziel.

Aristoteles

1. Ja – doch etwas genauer: Die Bewegung erschafft erst sowohl (die Idee von) Raum, als auch (die von) Zeit. Ohne Bewegung – keine Zeit. In Bewegungslosigkeit ist auch „Raum“ nicht erforderlich.

Bewegung & Zeit existieren beide
gleichzeitig – oder beide gar nicht.

Das Selbe gilt für Bewegung und Raum: Sie können nicht ohne einander.

Aristoteles: „Jede Bewegung … hat ein Ziel.“

2. Nein – Bewegung hat nicht zwangsläufig ein Ziel. Bewegungen können sich verändern und zum Stillstand kommen und: Ziel setzt Absicht voraus.

Keine Absicht = Kein Ziel.

3. Ohne Bewegung, kein körperliches Leben.