Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Mißerfolg: Es allen Recht machen zu wollen.
– Platon
Erfolg im Sinne von etwas dauerhaft oder gar endgültig Erreichtem ist eine kindische (2) Idee. Mit der Wirklichkeit hat sie nicht viel zu tun. Denn ob es sich um ein Phänomen in der Natur oder um eine durch Menschen gestaltete Konstellation handelt:
Alles hat einen Anfang, seinen Zenit und natürlich… auch ein Ende. Ausnahmslos.
Der Begriff Erfolg suggeriert, ein bestimmter Punkt im Entwicklungs-Bogen oder in der Entwicklungs-Kurve sei der „richtige“ und der, welcher wieder die Grundlinie erreicht, der „falsche“, also der Mißerfolg, doch:
Jeder Punkt auf dem Bogen der Entwicklung ist der richtige und selbstverständlich auch der Endpunkt.
Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
– Dalai Lama
Hier wird uns die Möglichkeit angeboten, uns und unseren Erfolg – in was auch immer – nicht mit anderen zu vergleichen, sondern an dem, was wir geopfert haben, um es zu erreichen.
Was ist am Erfolg so toll? – Das Scheitern! – Es macht die Sache rund.
Wann hat jemand den größten Erfolg? Unmittelbar vor dem Abstieg.
Der Zenit des Erfolges markiert gleichzeitig den Wendepunkt. Das Wort sagt es: Darüber geht es niemals hinaus. (Falls doch, war es noch nicht der Zenit)
Erfolg bedeutet, etwas so zu machen, wie es funktioniert.
– Sadhguru
…so lautet die positive, die praktische Definition. Frei von illusionären Schnörkeln.
Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.
~ Martin Luther King
Das Herz findet üblicherweise im Zusammenhang mit Erfolg & Scheitern so gut wie gar keine Erwähnung.
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Scheitern
Wir klammern uns an den Erfolg und schauen verächtlich auf den, der scheitert. Aber:
Das Scheitern ist lebenswirklich die Zwillingsseite des Erfolgs.
Der Aufstieg geht nicht ins Grenzenlose. Sein unkündbarer Bruder, der Abstieg wartet bereits auf seinen Auftritt.
Heraklit hatte das (um 500 vor) schon mal so formuliert: „Hodos anô katô mia kai hôutê“.
Der Weg hinauf und herab ist ein und derselbe.
~ Heraklit von Ephesus
Jeder einzelne Schritt auf dem Weg ist von gleicher Bedeutung, der erste, wie der letzte. Auch wenn an einer Stelle ein Kreuz oder eine Bank steht: Kein Schritt auf dem Weg einer Unternehmung ist bedeutender oder unbedeutender als ein anderer.
ERFOLG = ist eine Illusion.
Bisher kennen wir nur die Kultur des Erfolges. Für das Scheitern, für die B-Seite der selben Münze, schämen wir uns.
Ein reiferes Individuum und eine reifere Gesellschaft werden auch das Scheitern (ganz selbstverständlich) genau so hoch achten, wie den Erfolg.
Eine Kultur des Scheiterns drückt sich aus… im Tanz, im Singen und im Lachen. Alexis Sorbas ist ein bekannter Protagonist dieser Kultur.
Scheitern ist nicht unser Feind. Kultur ist auch.., den Segen im Scheitern erkennen zu können.
Aber letztlich gilt für das Scheitern das Selbe wie für den Erfolg:
SCHEITERN = ist eine Illusion.
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Und nun noch dieser Blickwinkel… auf den Erfolg:
Wenn der Tag und die Nacht so sind,
daß du sie mit Freude begrüßt
und das Leben dir duftet
wie Blumen – das ist dein Erfolg.
Die größten Denker, die mir vorgekommen sind,
waren gerade unter allen Gelehrten, die ich habe
kennen gelernt, die, welche am wenigsten gelesen
hatten.
– Georg Christoph Lichtenberg
Warum ist das so?
Ob Zeitung, Roman oder Sonstiges, immer wenn wir etwas lesen, müssen wir uns – zwangsläufig – auf die Sprache, auf das Denk-Konstrukt und auf das Werte-Konglomerat des jeweiligen Autors einlassen. Damit werden wir unwissentlich in Spuren gezwängt oder lassen uns (was seltener vorkommt) wissentlich auf seine Gleise setzen.
Normales Lesen steht in Korrelation zur Ebene (1) unserer Geistigen Reife.
Wir einverleiben uns, was uns vor die Nase kommt und verlassen so unsere geistige Freiheit. Wir steigen in das beengende Konstrukt eines Autors ein und regredieren zum Konsumenten.
Georg Christoph Lichtenberg: „die, welche am wenigsten gelesen hatten.“
Diese hatten sich nicht gescheut, die Dinge selber zu betrachten. Mit der Kompetenz ihres eigenen Sensoriums für Wahrheit, mit ihrem eigenen Sinn für Weisheit.
Lesen ist Störung der geistigen Autonomie.
Grob unterschieden stehen uns zwei Arten zu lesen zur Auswahl:
Übliches Lesen – beschert uns in letzter Konsequenz eine Begrenzung der eigenen Intelligenz und Weisheit.
Intelligentes Lesen – setzt bereits ein gewisses Maß an Weisheit voraus. Diese Form des Lesens wird wohl keine schädigende Wirkung verursachen.
Intelligentes (!) Lesen kann sogar zu einer Bereicherung im Sinne von Inspiration führen, im Sinne von Transmission: Dadurch, daß (ohne zu plagiieren) die Energie des EIGENEN Sehens und des EIGENEN Ausdrucks… Anregung findet.
§ 1 des Intelligenten Lesens: So wenig lesen wie möglich.
So, wie ein bewußt handelnder Mensch nicht wahllos alles, was ihm vor die Nase kommt in den Mund stopft, so wird er auch seinen Lesestoff a) reduzieren und b) nach Erfordernis und Qualität auswählen. Er hält es für sinnvoll, Erlesenes zu lesen.
§ 2 des Intelligenten Lesens: Nicht konzentriert, sondern diffus lesen.
Wir können 1 : 1 intellektuell aufnehmen, was wir lesen, das ist die eine Möglichkeit. Eine weitere, intelligentere ist, diffus zu lesen. Das heißt: Den Verstand nur so weit involviert sein lassen, wie es der Situation gegenüber angemessen ist, also nur so weit wie eben nötig. Ansonsten vorwiegend mit innerem Abstand lesen, um damit auch unseren anderen Fähigkeiten, den feineren Sensoren und der Weisheit Raum zu geben, denn:
Wahrnehmen ist mehr als nur mit Verstand zu lesen.
Frage: Was würde passieren, müßte ein Tausendfüßler die Schrittfolge selber koordinieren?
Antwort: Er würde umfallen – genauso wie ein Radfahrer, der meint, den intellektuellen Part des Verstandes in die Lenkung des Vehikels einbringen zu sollen.
Wir erleben es, wenn ein Mensch, bzw. sein Körper – zum Beispiel durch einen Unfall – bestimmte motorische Abläufe neu (er)lernen muß. In solchen Situationen können wir unmittelbar sehen und schätzen lernen, welche Leistung unser funktionaler Verstand jeden einzelnen Tag erbringt, ohne daß wir auch nur einen einzigen Gedanken darauf verwenden müssen.
Einwand: Es heißt, die Quantenphysik habe gezeigt, daß unser Verstand versagt habe.
Es kommt ganz darauf an, was wir von ihm erwarten. An sich ist der Verstand großartig! Es ist nicht sein, sondern unser Versagen: Wenn wir mit dem Fahrrad auf dem Wasser fahren wollen, wird das Fahrgerät „jämmerlich versagen“.
Das können wir aber doch nicht dem Fahrrad ankreiden! Es liegt allein an uns.., wie wir den Mechanismus nutzen.
Die Leistung, die der funktionale Teil unseres Verstandes aufbringt, daß wir beispielsweise in nur sehr wenigen Tagen Lernens unser Leben lang unseren Körper auf einem Zweirad (fast) Schürfwunden-frei so viel Strecke unseres Weges transportieren können, wurde noch nicht ermessen.
• Was du mir sagst, das vergesse ich. • Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. • Was du mich tun lässt, das verstehe ich.
~ Konfuzius (angeblich)
Das Fahrradfahren lernt der Analphabet mindestens genau so schnell, wie der Einser-Schüler.
Doch umgekehrt wird selbst ein Professor, der seine Doktorarbeit: „Fahrradfahren – die Kunst der Balance“ geschrieben und dafür die anerkennende Note cum laude bekommen hat, beim Versuch der Umsetzung sofort auf die Nase fallen und sich auch sonst noch einige Blessuren einfangen.
Denn diese Kunst muß er genauso lernen, wie der Analphabet, nämlich auf ganz praktische, auf eine nicht-intellektuelle Weise: Mithilfe der funktionalen Abteilung des Verstandes. Da kann ihm sein Studium nicht helfen. Egal, wie umfangreich seine Studien auch gewesen sein mögen. Selbst dann nicht, wenn er die Arbeit selber geschrieben hat.
Werkzeug = ist ein Instrument mit mehr oder weniger genau umrissenen Möglichkeiten der Anwendung. Sein Nutzer kennt diese und ebenso die mehr oder weniger genau umrissenen Grenzen seiner Anwendung.
Der Verstand ist zwar ein wunderbares und größtenteils noch unbekanntes Vielzweck-Werkzeug, das zudem ununterbrochen lernt und sogar in der Lage ist, Unwichtiges zu vergessen, aber dennoch ist er… nur ein Werkzeug.
Um ein Werkzeug, wie beispielsweise ein Auto sinnvoll gebrauchen zu können, identifizieren wir uns nicht mit ihm und erwarten auch nicht alles Mögliche, bzw. Unmögliche von ihm und: Nach Gebrauch stellen wir es ab.
Wir brauchen Abstand vom Verstand, um ihn sinnvoll nutzen zu können.
Nutzen wir die uns zur Verfügung stehende Intelligenz beim Einsatz eines Werkzeugs (wie z.B. den Verstand), gibt es kein Problem und wir nennen seine Verwendung „nützlich“.
Unsere Weisheit kommt aus unserer Erfahrung. Unsere Erfahrung kommt aus unseren Dummheiten.
…sagt Sacha Guitry
Du sprichst hier nicht wirklich von Weisheit, sondern vom Lernen.
Diese primitive (= einfache) Art, zu lernen, verbindet uns noch mit den Tieren. Es ist eine unwillkürliche, unbewußte, nahezu automatische Art, zu lernen. Dafür werden weder der Ego-Verstand, noch die weise Abteilung gebraucht, denn…
Hier handelt es sich um den funktionalen Verstand.
Allein um Verletzungs-frei eine Treppe besteigen zu können – rauf und/oder runter – ist das Ergebnis unglaublich vieler Lernerfahrungen plus Integration. Das hat nichts mit Weisheit zu tun; sie wird hierzu nicht gebraucht.
Weisheit… ist eine andere Kategorie.
In der Weisheit befinden wir uns auf Ebene (6) der Geistigen Reife – wir lernen aber bereits auf der Ebene (1), nämlich als Baby.
Sacha: „Erfahrung kommt aus unseren Dummheiten.“
Dann wäre das Erfahrungs-Feld und damit das Lern-Feld ziemlich klein. Nein, wir lernen nicht nur aus unseren Dummheiten (das ist das Wenigste), wir lernen aus allem was uns begegnet:
Spontan möchte man dir zustimmen, doch im Feld der Philosophie müssen wir etwas genauer sein.
1. Es gibt keinen Philosophen.
Allenfalls gibt es Menschen, die öfter als andere philosophisch tätig sind. Kein Mensch ist jemals 24/7 philosophisch tätig (gewesen).
2. Jeder Mensch hat sich schon philosophisch geäußert.
Jeder kennt mindestens kurze Zustände der Weisheit, aber nur selten ist jemandem klar, daß er gerade philosophisch tätig ist oder war. Das liegt unter anderem daran, daß Weisheit als völlig unspektakulär und selbstverständlich erlebt wird.
Punkt 2. belegt, daß du sinngemäß Recht hast: Niemand kann nicht philosophieren. Jeder kann sich jederzeit in das Feld der Weisheit einstimmen und philosophisch sein.
Philosophie ist: Liebe zur Weisheit und die setzt die Liebe zur Wahrheit voraus.
Wer bereit ist, sich selber gegenüber rückhaltlos wahrhaftig zu sein, kann die Philosophie nicht verfehlen.
Denn niemand, kein einziger Mensch ist von der Weisheit wirklich abgeschnitten.
Alles Materielle, aber auch „unsere“ Beziehungen, unsere Freundschaften und Feindschaften, alles ist für ein paar Momente, ein paar Dekaden, ein paar Jahrzehnte in unserer Nähe – das war´s.
Diese Begrenzung betrifft auch unseren Körper, unseren Verstand und seine Sehnsüchte, ebenfalls unsere Emotionen und auch… unsere Erinnerungen.
Eigentum ist eine auf Ver- abredung beruhende Idee.
Einigen von uns wird über verschieden lange Zeiträume sehr viel „Eigentum“ anvertraut, anderen wenig, manch einem sogar noch weniger.
Aber auch innerhalb unserer kurzen Lebenszeit gibt es kein Eigentum. Selbst ein so selbstverständlich scheinender Ausspruch wie: „Mein Kind . . .“ ist Ausdruck einer Illusion.
Wer bewußt ist, weiß das alles.
Die Installation einer Idee wie „Eigentum“ hat eine rein praktische Funktion im sozialen Bereich, aber ihr ergeht es, wie vielen anderen wohlgemeinten Einrichtungen: Der Verstand kann sie sehr schnell pervertieren. Und er tut es, wo er kann. Er kann es dort, wo die Geistige Reife noch unentwickelt ist. Dann müssen Regeln (Gesetze) installiert werden…
Charakter = bezeichnet die verläßlichen Verhaltensmuster eines Tieres oder eines Menschen im unbewußten Bereich.
Hier handelt es sich nicht um Reife, sondern hauptsächlich um Verhaltens-Funktionen aufgrund unbewußter Konditionierung.
Die Art des persönlichen und gesellschaftlichen Umgangs mit dem, was wir im materiellen Bereich „Eigentum“ nennen, zeigt den derzeitigen Grad unserer Geistigen Reife. Auf den unteren Ebenen (1) und (2) ist Eigentum von großer Wichtigkeit, auf den höheren nimmt sie langsam ab. Auf der Ebene (4) kommt die Verantwortung hinzu und spätestens ab der Ebene der Weisheit (6) spielt Eigentum allenfalls noch eine marginale Rolle. Auf der Ebene (7) ist es irrelevant.
Gesellschaftlich gesehen: Auf einer niedrigen Stufe der Reife sprechen wir vorrangig von Eigentum; auf einer höheren vorrangig von Teilhabe.
Große Notfälle und Krisen zeigen uns, um wie viel größer unsere vitalen Ressourcen sind als wir selbst annahmen.
– William James
Meist sind es lokale Ereignisse, die wir eine „Katastrophe“ nennen. Doch diesmal ist es ein globales Ereignis, mit dem die Existenz uns alle, nämlich die gesamte Menschheit kurz in den Hintern tritt. Mal sehen, wie wir als Einzelne und als Kollektiv auf den Weckruf antworten.
Die relevanten Fragen
Ist das Virus dem Immunsystem bekannt?
Was bewirkt es im Körper?
Auf welchen Wegen dringt es in das System des Menschen ein?
Will ich mich vor ihm schützen?
Will ich andere vor ihm schützen?
Die beiden letzten Fragen betreffen die Verantwortung für mich selbst und für andere. Werden sie mit „ja“ beantwortet, geht der Fokus auf die Antworten zu Frage 3. Aus ihnen leiten sich – wie von selbst – die notwendigen Verhaltensregeln ab.
Aktuelle Erkenntnisse
Das für den MENSCHEN neue Virus ist also da. Vielen Tieren ist es längst bekannt, denn die Erde beheimatet es schon sehr lange. Weil es aber für den Menschen neu ist, kennt unser Immunsystem es noch nicht.
◾ Die verschiedenen Viren nutzen für ihre Vermehrung verschiedene Wege. Dieses „neue“ hat scheint´s die Atmung des Menschen als Eintrittspforte gewählt. ◾ Es handelt sich aber wohl nicht um eine Lungen- sondern um eine Gefäß-Erkrankung, die viele bis möglicherweise alle Organe betrifft. ◾ Am Virus erkrankte Menschen mit der Blutgruppe A haben einen schweren Verlauf, die der Gruppe 0 einen leichten und die der Gruppen AB und B liegen irgendwo dazwischen. ◾ 75 % der an dem Virus gestorbenen Menschen waren Männer. (Sommer 2020) ◾ Ob das Immunsystem – wie wir es eigentlich erwarten – unserem Körper hilft oder aber in Wirklichkeit dem Virus, ist zur Zeit (September 2020) noch nicht klar.
Nach dem, was ich von Wissenschaftlern und den Menschen, die entsprechend Erkrankte medizinisch betreuen höre, möchte ich dieses Virus – wenn eben möglich – nicht im Körper haben. Viele andere Leute möchten es ebenfalls nicht. Schon deshalb machen die Vorsichtsmaßnahmen Sinn.
Der zweite Grund ist die damit mögliche Entlastung der Gesundheits-Einrichtungen.
Ohne intelligent genutzte Vorsichtsmaßnahmen führt ein neues Virus die Kliniken und in der Folge die Bestattungs-Unternehmen schnell an ihre Grenzen. Dann helfen nur noch die Bagger, zwecks Aushebung der Massengräber. Die Menschen, die übrig bleiben, sind günstigenfalls immun und unbeschadet. Das wäre eine Möglichkeit menschlichen Verhaltens: Es darauf ankommen zu lassen.
Eine andere Möglichkeit des Verhaltens ist der bereitwillige und intelligente Umgang mit Vorsichtsmaßnahmen, um die Infektions-Kurve flach zu halten.
So, wie ich die gegenwärtige Situation verstehe, sind wir genau jetzt allesamt gefordert, uns verantwortungsvoll zu benehmen.
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Richtlinien
Die derzeit wohl wichtigsten Empfehlungen/Richtlinien/Gebote:
Menschenansammlung meiden.
Reisen: Möglichst nicht oder möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel nehmen.
Soziale Distanz: Möglichst zwei Meter Abstand zur nächsten Person halten.
Hygiene: Husten und Niesen in die Armbeuge, regelmäßiges Händewaschen mit Seife.
Beim Einkauf und im ÖPNV, Taxi: Mund-Nasen-Tuch tragen.
Lüften. Besonders in kleinen Räumen des öfteren für Luftaustausch sorgen.
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Erklärung
Zu 1, 2, 3 Auf der Basis dessen, was ich über die Ermittlungen der Gemeinde der Fachleute verstanden habe, geht es nicht nur um das Niesen und Husten, sondern auch darum, daß sich allein schon beim Sprechen vor dem Mund Wolken von kleinsten Tröpfchen (Aerosole) bilden, die von nahe stehenden Personen zwangsläufig eingeatmet werden und daß das Virus diesen Weg (Tröpfcheninfektion) zu seiner Verbreitung bevorzugt.
Je tiefer die Atemzüge, desto mehr (mögliche) Viren dringen um so tiefer in die Atemwege. Keine Ahnung warum, aber da wollen sie wohl unbedingt hin. Doch wir wollen das nicht! Deshalb gilt die soziale Distanz als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Eine Hochgeschwindigkeits-Kamera macht bei passender Beleuchtung die Bewegungen unserer Atemwolke in verschiedenen Aktionen (Sprechen, Husten, Singen, Niesen, Flüstern, Trompeten…) – mit und ohne Mundtuch – gut sichtbar: Bei ungeschütztem Husten fliegen die Tröpfchen gerne mal 1,5 Meter weit!
Also macht es Sinn und gebietet es die Verantwortung, das menschliche Verhalten und die Richtlinien dazu an diesen Ergebnissen auszurichten.
Zu 5 Wir sollten aber in keiner Weise darauf vertrauen, das verordnete Mund-Nasen-Tuch böte uns verlässlichen Schutz. Im Gegenteil: Es könnte sogar suggerieren, der Personen-Abstand sei nicht mehr so wichtig. Zwar kann es den groben Teil unseres Auswurfs zurückhalten, aber solange geatmet wird, gibt es diese Aerosol-Wolke.
So wie ich es sehe, liegt der bedeutendere Aspekt des Mundtuches damit hauptsächlich in der automatisch und nonverbal funktionierenden… gegenseitigen Erinnerung.
Zu 7 Die Aerosolpartikel (flüssige Schwebeteilchen) haben, wie ich höre, eine Größe vom sichtbaren Tropfen bis herunter auf wenige Nanometer. Diese schweben aus dem Mund meterweit und bleiben bis zu 3 Stunden ansteckend. Deshalb die Empfehlung, besonders in kleinen Räumen des öfteren zu lüften.
Die ZweiMeterDistanz + Lüften scheinen mir zunächst die wirksamsten Maßnahmen zu sein. Dazu die Hygiene-Empfehlungen.
So weit ich das Interesse des Virus verstehe, lebt es, weil wir gegenseitig unsere ausgeatmete Luft… einatmen.
Atmeten wir nur frische Luft ein, wäre das Corona sehr schnell tot.
Chancen
Die Themen, welches es jetzt überall auf dem Planeten Erde zu lernen gilt, sind:
Verantwortung (4)
Flexibilität und
Kooperation
Die Einübung in Achtsamkeit, bisher in kleinen Zirkeln gelehrt, geschieht derzeit auf dem gesamten Globus. So gut wie niemand kann sich dem wirklich entziehen.
Fünftens: Die erhöhte Achtsamkeit hat ein Mehr an Bewußtheit zur Folge.
Wir bekommen die Chance, überalterte Strukturen als solche zu erkennen und sie nicht in alter Manier weiterlaufen zu lassen. Wenn wir es einigermaßen intelligent anstellen, besteht die Möglichkeit für sehr viele Neukonstruktionen.
Siebtens: En passant kommen wir nicht umhin, eine Kalibrierung unserer Werte vorzunehmen.
• Die Kreativität wird plötzlich wertgeschätzt. • Unsere natürliche Hilfsbereitschaft entfaltet sich. • Wir machen Erfahrungen, die wir nicht gemacht hätten.
Es heißt nicht zu Unrecht, daß Krisen-Zeiten imstande sind das Schlechteste, aber auch dasBeste in uns Menschen hervorzurufen.
Eine Krise ist jener ungewisse Zustand, in dem sich etwas entscheiden soll: Tod oder Leben. Ja oder Nein.
– Kurt Tucholsky
Wir erleben jetzt eine Zeit, in der die Ungewißheit größer ist als die Sicherheit, größer als die Planbarkeit, größer als das, was wir vor Kurzem noch „Normalität“ nannten.
Manche fragen: „Wann können wir endlich zurück in die alte Normalität?“ Erstens gibt es kein Zurück und zweitens nicht in die alte Normalität.
Ob es ein besseres Neues gibt oder ein schlechteres, liegt an uns, aber ein Altes und ein Zurück wird es nicht geben.
Kampf
Von einem Kampf gegen das Corona-Virus zu sprechen, ist allerdings unsinnig: Wie will man einen unsichtbaren „Feind bekämpfen“? Es ist eine Übermacht von Winzlingen mit einer Größe von 150 nm.
Kampf hat zu tun mit Standhaftigkeit, mit Mut, Draufgängertum, Härte… Doch wir verhalten uns „im Kampf gegen das Virus“ doch eher wie Feiglinge: Wir versuchen ihm auszuweichen, wir verstecken uns und hoffen inständig, daß diese Winzlinge weiterziehen oder verhungern mögen.
Wir kämpfen nicht gegen das Virus, sondern versuchen, uns vor ihm zu schützen. Kampf und Schutzsuche sind zweierlei, sind grundverschiedene Strategien.
Das Virus wird die Menschheit am Leben lassen: Weil es nach uns wohl kaum noch einen solch ergiebigen Wirt finden wird.
Arrangement
Wir können es nicht wirklich „bekämpfen“. Tatsache ist: Wir müssen uns mit ihm arrangieren. Es wird ein Teil von uns werden, so wie auch die anderen Viren Teil von uns wurden. Die derzeitige Bedrohung ist ja nicht, daß es sich um ein Virus handelt, sondern daß „2019-nCoV“ neu ist. . . für die Spezies Mensch.
Unser Immunsystem kennt das Virus noch nicht.
Es geht jetzt darum, die Kurve der Ansteckungen möglichst flach zu halten, um so die Zahl der Erkrankten niedrig zu halten, sodaß es zu keiner Überforderung in den Krankenhäusern kommt und alle Patienten adäquat behandelt werden können.
Die Kurve bleibt dann linear, wenn eine Person höchstens eine (!) weitere ansteckt (Reproduktionszahl R1). Die Herausforderung ist, diese Balance zu halten, bzw. den Wert noch etwas weiter herunter zu bekommen (unter R1). Denn jeder Wert über R1 läßt die Kurve exponentiell werden und je höher der Wert (R2, R3…), desto steiler die Kurve.
Darum die rigiden Verhaltens-Richtlinien. Und wir alle tragen unseren Teil an Verantwortung, daß dies gelingt.
Ursprung
Wir Menschen waren es wohl selber, welche die bisherigen Jagdgründe des „2019-nCoV“ zerstört haben, sodaß es sich aus Gründen der Selbsterhaltung gezwungen sah, auf den Menschen auszuweichen. Da wir ihm offenbar recht gut schmecken, hat es nun genügend Fleisch gefunden, um erstens seine Armada zu füttern und zweitens diese munter weiter zu vermehren.
Wenn wir Tiere essen oder ausrotten, die solche Viren in sich tragen (z.B. Gürteltiere), dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie sich anderweitig nach Wirten umsehen.
Ein Lehrer gab zu bedenken, daß es nicht gesund sein könne, Tiere zu essen, die sich nicht vegetarisch ernähren. Dies sei (lt. Wikipedia) auch in Korea, Vietnam, Kambodscha und Indonesien, aber auch in Europa und Afrika üblich.
Immerhin hat die südchinesische Millionenmetropole Shenzhen ab dem 1. Mai 2020 das Essen von Hunden und Katzen verboten. Außerdem soll der Verkauf von noch lebenden Tieren schrittweise verboten werden.
Und seit dem 24. Juli 2020 ist in ganz Vietnam der Handel mit Wildtieren und Wildtier-Produkten verboten.
Wir benehmen uns ziemlich dumm, wenn wir nicht in allen Bereichen – neben unseren Interessen – ebenso die multidimensionalen Folgen unseres Handelns in Betracht ziehen!
– Nirmalo
Die Corona-Krise als evolutionäre Chance.
„Wir haben eine zutiefst gestörte Welt geschaffen: Was machen wir mit unserem Planeten, dem vom Weltraum aus gesehenen blauen Juwel? Wir zerstören, verschmutzen und plündern ihn. Wird der virale Hammerschlag uns zur Vernunft bringen? Und wie verhalten wir uns untereinander? Die Mehrheit der Weltbevölkerung ist verarmt, fast eine Milliarde hungert. Eine Minderheit lebt im Überfluss. Wird die Pandemie ein neues, gerechtes Wirtschaftssystem erzwingen? Statt zu teilen und zu schützen, beuten wir unsere Mitmenschen aus und liefern Waffen für Stellvertreterkriege. Millionen sind auf der Flucht. Wird die Megakrise unsere Herzen öffnen?“ – Dr. Christian Brehmer
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Das Virus erzwingt Aufmerksamkeit
Man kann den Frust einiger ignoranter Leute verstehen: Das Corona-Virus führt sich so unverschämt auf, daß es niemanden – und ich meine wörtlich niemanden – unbeteiligt läßt.
Das Virus zwingt jedem von uns die Aufmerksamkeit auf.
Ob wir seine Realität anerkennen oder nicht, ob wir es (unter welchem Aspekt auch immer) als gefährlich ansehen oder nicht, ob wir die verordneten Maßnahmen als nützlich ansehen oder nicht, ob wir ihm begegnen oder nicht: Es hat unsere Aufmerksamkeit und zwingt uns Sicht- und Verhaltensänderungen auf.
Ob wir uns das Tuch hinter die Ohren klemmen, oder es demonstrativ nicht tun: In beiden Fällen bestimmt es unser Verhalten.
Das Virus zwingt uns Verantwortung auf.
Ob wir sie übernehmen oder nicht: Wir haben sie, die Verantwortung.
Eine Frage der Reife, ob wir sie annehmen.
Wenn wir uns weigern, Verantwortung zu tragen – verantworten wir die Weigerung.
Ob es nun existiert oder nicht: Dieses Virus ignoriert sämtliche Glaubens-Bekenntnisse. Es agiert parteiübergreifend; primär und sekundär. Es unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern, Vorlieben, arm und reich, Jugend oder Alter.
Jeder, der virusbezüglich die Situation von 2019 und davor zurück haben möchte, hat ein unlösbares Problem.
Man kann also verstehen, daß den „Rebellen“ (3) unter uns… diese Richtlinien stinken. Denn wenn sie sich einfach weigerten, sie in bestimmten sozialen Konstellationen zu beachten, gefährdeten sie möglicherweise einen von ihnen geliebten Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Wer will dafür schon die Verantwortung auf sich laden? Zumal hier niemand anderes verantwortlich gemacht werden könnte. Also: Doppelter Frust!
Hier paßt der Begriff Dilemma.
Bleibt also nur, gegen die Wand zu treten oder… einen Verursacher für diesen Frust ausfindig zu machen. 😣 Das wiederum geht ganz einfach über die klassische Technik der Feindbildung. 😃
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80 – 10 – 10
Eine einfache Formel, die das Verhalten der Menschen in akuten Krisen-Fällen plausibel wiedergibt: Etwa…
80 % der Menschen folgenden Anweisungen, 10 %verstehendie Situation und handeln aus sich heraus entsprechend verantwortungsvoll, 10 % der Menschen gehen trotzigin die Verweigerung.
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Aus der Praxis
In Wien sagt man:„Die Lage ist hoffnungslos — aber nicht ernst.“
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Der Canon in D-Dur von Johann Pachelbel aus dem Jahr 1680… hier mal etwas munterer interpretiert als es die Komposition ursprünglich vor sah. Den Ton gut aufdrehen: