Corona ist da

Große Notfälle und Krisen zeigen uns, um wie viel größer unsere vitalen Ressourcen sind als wir selbst annahmen.

– William James

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Meist sind es lokale Ereignisse, die wir eine „Katastrophe“ nennen. Doch diesmal ist es ein globales Ereignis, mit dem die Existenz uns alle, nämlich die gesamte Menschheit kurz in den Hintern tritt. Mal sehen, wie wir als Einzelne und als Kollektiv auf den Weckruf antworten.

Die relevanten Fragen

  1. Ist das Virus dem Immunsystem bekannt?
  2. Was bewirkt es im Körper?
  3. Auf welchen Wegen dringt es in das System des Menschen ein?
  4. Will ich mich vor ihm schützen?
  5. Will ich andere vor ihm schützen?

Die beiden letzten Fragen betreffen die Verantwortung für mich selbst und für andere. Werden sie mit „ja“ beantwortet, geht der Fokus auf die Antworten zu Frage 3. Aus ihnen leiten sich – wie von selbst – die notwendigen Verhaltensregeln ab.

Aktuelle Erkenntnisse

Das für den MENSCHEN neue Virus ist also da. Vielen Tieren ist es längst bekannt, denn die Erde beheimatet es schon sehr lange. Weil es aber für den Menschen neu ist, kennt unser Immunsystem es noch nicht.

◾ Die verschiedenen Viren nutzen für ihre Vermehrung verschiedene Wege. Dieses „neue“ hat scheint´s die Atmung des Menschen als Eintrittspforte gewählt.
◾ Es handelt sich aber wohl nicht um eine Lungen- sondern um eine Gefäß-Erkrankung, die viele bis möglicherweise alle Organe betrifft.
◾ Am Virus erkrankte Menschen mit der Blutgruppe A haben einen schweren Verlauf, die der Gruppe 0 einen leichten und die der Gruppen AB und B liegen irgendwo dazwischen.
◾ 75 % der an dem Virus gestorbenen Menschen waren Männer. (Sommer 2020)
◾ Ob das Immunsystem – wie wir es eigentlich erwarten – unserem Körper hilft oder aber in Wirklichkeit dem Virus, ist zur Zeit (September 2020) noch nicht klar.

Nach dem, was ich von Wissenschaftlern und den Menschen, die entsprechend Erkrankte medizinisch betreuen höre, möchte ich dieses Virus – wenn eben möglich – nicht im Körper haben. Viele andere Leute möchten es ebenfalls nicht. Schon deshalb machen die Vorsichtsmaßnahmen Sinn.

Der zweite Grund ist die damit mögliche Entlastung der Gesundheits-Einrichtungen.

  • Ohne intelligent genutzte Vorsichtsmaßnahmen führt ein neues Virus die Kliniken und in der Folge die Bestattungs-Unternehmen schnell an ihre Grenzen. Dann helfen nur noch die Bagger, zwecks Aushebung der Massengräber. Die Menschen, die übrig bleiben, sind günstigenfalls immun und unbeschadet. Das wäre eine Möglichkeit menschlichen Verhaltens: Es darauf ankommen zu lassen. 
  • Eine andere Möglichkeit des Verhaltens ist der bereitwillige und intelligente Umgang mit Vorsichtsmaßnahmen, um die Infektions-Kurve flach zu halten. 

So, wie ich die gegenwärtige Situation verstehe, sind wir genau
jetzt allesamt gefordert, uns verantwortungsvoll zu benehmen.

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Richtlinien

Die derzeit wohl wichtigsten Empfehlungen/Richtlinien/Gebote:

  1. Menschenansammlung meiden.
  2. Reisen: Möglichst nicht oder möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel nehmen.
  3. Soziale Distanz: Möglichst zwei Meter Abstand zur nächsten Person halten.
  4. Hygiene: Husten und Niesen in die Armbeuge, regelmäßiges Händewaschen mit Seife.
  5. Beim Einkauf und im ÖPNV, Taxi: Mund-Nasen-Tuch tragen.
  6. Gefährdete Personen: Möglichst zuhause bleiben. Ansonsten Abstand halten.
  7. Lüften. Besonders in kleinen Räumen des öfteren für Luftaustausch sorgen.

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Erklärung

Zu 1, 2, 3  Auf der Basis dessen, was ich über die Ermittlungen der Gemeinde der Fachleute verstanden habe, geht es nicht nur um das Niesen und Husten, sondern auch darum, daß sich allein schon beim Sprechen vor dem Mund Wolken von kleinsten Tröpfchen (Aerosole) bilden, die von nahe stehenden Personen zwangsläufig eingeatmet werden und daß das Virus diesen Weg (Tröpfcheninfektion) zu seiner Verbreitung bevorzugt.

Je tiefer die Atemzüge, desto mehr (mögliche) Viren dringen um so tiefer in die Atemwege. Keine Ahnung warum, aber da wollen sie wohl unbedingt hin. Doch wir wollen das nicht! Deshalb gilt die soziale Distanz als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Eine Hochgeschwindigkeits-Kamera macht bei passender Beleuchtung die Bewegungen unserer Atemwolke in verschiedenen Aktionen (Sprechen, Husten, Singen, Niesen, Flüstern, Trompeten…) – mit und ohne Mundtuch – gut sichtbar: Bei ungeschütztem Husten fliegen die Tröpfchen gerne mal 1,5 Meter weit!

Also macht es Sinn und gebietet es die Verantwortung, das menschliche Verhalten und die Richtlinien dazu an diesen Ergebnissen auszurichten.

Zu 5  Wir sollten aber in keiner Weise darauf vertrauen, das verordnete Mund-Nasen-Tuch böte uns verlässlichen Schutz. Im Gegenteil: Es könnte sogar suggerieren, der Personen-Abstand sei nicht mehr so wichtig. Zwar kann es den groben Teil unseres Auswurfs zurückhalten, aber solange geatmet wird, gibt es diese Aerosol-Wolke.

So wie ich es sehe, liegt der bedeutendere Aspekt des Mundtuches damit hauptsächlich in der automatisch und nonverbal funktionierenden… gegenseitigen Erinnerung.

Zu 7 Die Aerosolpartikel (flüssige Schwebeteilchen) haben, wie ich höre, eine Größe vom sichtbaren Tropfen bis herunter auf wenige Nanometer. Diese schweben aus dem Mund meterweit und bleiben bis zu 3 Stunden ansteckend. Deshalb die Empfehlung, besonders in kleinen Räumen des öfteren zu lüften. 

Die ZweiMeterDistanz + Lüften scheinen mir zunächst die wirk-
samsten Maßnahmen zu sein. Dazu die Hygiene-Empfehlungen.

Chancen

Die Themen, welches es jetzt überall auf dem Planeten Erde zu lernen gilt, sind:

  1. Verantwortung (4)
  2. Flexibilität und
  3. Kooperation 

Die Einübung in Achtsamkeit, bisher in kleinen Zirkeln gelehrt, geschieht derzeit auf dem gesamten Globus. So gut wie niemand kann sich dem wirklich entziehen.

Fünftens: Die erhöhte Achtsamkeit hat ein Mehr an Bewußtheit zur Folge.

Wir bekommen die Chance, überalterte Strukturen als solche zu erkennen und sie nicht in alter Manier weiterlaufen zu lassen. Wenn wir es einigermaßen intelligent anstellen, besteht die Möglichkeit für sehr viele Neukonstruktionen.

Siebtens: En passant kommen wir nicht umhin, eine Kalibrierung unserer Werte vorzunehmen.

• Die Kreativität wird plötzlich wertgeschätzt.
• Unsere natürliche Hilfsbereitschaft entfaltet sich.
• Wir machen Erfahrungen, die wir nicht gemacht hätten. 

Es heißt nicht zu Unrecht, daß Krisen-Zeiten imstande sind das Schlechteste, aber auch das Beste in uns Menschen hervorzurufen.

Eine Krise ist jener ungewisse Zustand, in dem sich
etwas entscheiden soll: Tod oder Leben. Ja oder Nein.

– Kurt Tucholsky

Wir erleben jetzt eine Zeit, in der die Ungewißheit größer ist als die Sicherheit, größer als die Planbarkeit, größer als das, was wir vor Kurzem noch „Normalität“ nannten.

Manche fragen: „Wann können wir endlich zurück in die alte Normalität?“ Erstens gibt es kein Zurück und zweitens nicht in die alte Normalität.

Ob es ein besseres Neues gibt oder ein schlechteres, liegt an uns, aber ein Altes und ein Zurück wird es nicht geben.

Kampf

Von einem Kampf gegen das Corona-Virus zu sprechen, ist allerdings unsinnig: Wie will man einen unsichtbaren „Feind bekämpfen“? Es ist eine Übermacht von Winzlingen mit einer Größe von 150 nm.

Kampf hat zu tun mit Standhaftigkeit, mit Mut, Draufgängertum, Härte…  Doch wir verhalten uns „im Kampf gegen das Virus“ doch eher wie Feiglinge: Wir versuchen ihm auszuweichen, wir verstecken uns und hoffen inständig, daß diese Winzlinge weiterziehen oder verhungern mögen.

Wir kämpfen nicht gegen das Virus, sondern versuchen, uns vor ihm zu schützen. Kampf und Schutzsuche sind zweierlei, sind grundverschiedene Strategien.

Das Virus wird die Menschheit am Leben lassen: Weil es nach
uns wohl kaum noch einen solch ergiebigen Wirt finden wird.

Arrangement

Wir können es nicht wirklich „bekämpfen“. Tatsache ist: Wir müssen uns mit ihm arrangieren. Es wird ein Teil von uns werden, so wie auch die anderen Viren Teil von uns wurden. Die derzeitige Bedrohung ist ja nicht, daß es sich um ein Virus handelt, sondern daß „2019-nCoV“ neu ist. . .  für die Spezies Mensch.

Unser Immunsystem kennt das Virus noch nicht.

Es geht jetzt darum, die Kurve der Ansteckungen möglichst flach zu halten, um so die Zahl der Erkrankten niedrig zu halten, sodaß es zu keiner Überforderung in den Krankenhäusern kommt und alle Patienten adäquat behandelt werden können.

Die Kurve bleibt dann linear, wenn eine Person höchstens eine (!) weitere ansteckt (Reproduktionszahl R1). Die Herausforderung ist, diese Balance zu halten, bzw. den Wert noch etwas weiter herunter zu bekommen (unter R1). Denn jeder Wert über R1 läßt die Kurve exponentiell werden und je höher der Wert (R2, R3…), desto steiler die Kurve.

Darum die rigiden Verhaltens-Richtlinien. Und wir alle
tragen unseren Teil an Verantwortung, daß dies gelingt.

Ursprung

Wir Menschen waren es wohl selber, welche die bisherigen Jagdgründe des „2019-nCoV“ zerstört haben, sodaß es sich aus Gründen der Selbsterhaltung gezwungen sah, auf den Menschen auszuweichen. Da wir ihm offenbar recht gut schmecken, hat es nun genügend Fleisch gefunden, um erstens seine Armada zu füttern und zweitens diese munter weiter zu vermehren.

Wenn wir Tiere essen oder ausrotten, die solche Viren in sich tragen (z.B. Gürteltiere), dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie sich anderweitig nach Wirten umsehen.

Ein Lehrer gab zu bedenken, daß es nicht gesund sein könne, Tiere zu essen, die sich nicht vegetarisch ernähren. Dies sei (lt. Wikipedia) auch in Korea, Vietnam, Kambodscha und Indonesien, aber auch in Europa und Afrika üblich.

  • Immerhin hat die südchinesische Millionenmetropole Shenzhen ab dem 1. Mai 2020 das Essen von Hunden und Katzen verboten. Außerdem soll der Verkauf von noch lebenden Tieren schrittweise verboten werden.
  • Und seit dem 24. Juli 2020 ist in ganz Vietnam der Handel mit Wildtieren und Wildtier-Produkten verboten.

Wir benehmen uns ziemlich dumm, wenn wir nicht in allen Bereichen – neben unseren Interessen – ebenso die multidimensionalen Folgen unseres Handelns in Betracht ziehen!

Nirmalo

Die Corona-Krise als evolutionäre Chance.

„Wir haben eine zutiefst gestörte Welt geschaffen: Was machen wir mit unserem Planeten, dem vom Weltraum aus gesehenen blauen Juwel? Wir zerstören, verschmutzen und plündern ihn. Wird der virale Hammerschlag uns zur Vernunft bringen? Und wie verhalten wir uns untereinander? Die Mehrheit der Weltbevölkerung ist verarmt, fast eine Milliarde hungert. Eine Minderheit lebt im Überfluss. Wird die Pandemie ein neues, gerechtes Wirtschaftssystem erzwingen? Statt zu teilen und zu schützen, beuten wir unsere Mitmenschen aus und liefern Waffen für Stellvertreterkriege. Millionen sind auf der Flucht. Wird die Megakrise unsere Herzen öffnen?“Dr. Christian Brehmer

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Das Virus erzwingt Aufmerksamkeit

Man kann den Frust einiger ignoranter Leute verstehen: Das Corona-Virus führt sich so unverschämt auf, daß es niemanden – und ich meine wörtlich niemanden – unbeteiligt läßt.

Das Virus zwingt jedem von
uns die Aufmerksamkeit auf.

Ob wir seine Realität anerkennen oder nicht, ob wir es (unter welchem Aspekt auch immer) als gefährlich ansehen oder nicht, ob wir die verordneten Maßnahmen als nützlich ansehen oder nicht, ob wir ihm begegnen oder nicht: Es hat unsere Aufmerksamkeit und zwingt uns Sicht- und Verhaltensänderungen auf.

Ob wir uns das Tuch hinter die Ohren klemmen,
oder es demonstrativ nicht tun: In beiden Fällen
bestimmt es unser Verhalten.

Das Virus zwingt uns Verantwortung auf.

Ob wir sie übernehmen oder nicht: Wir haben sie, die Verantwortung.

Eine Frage der Reife,
ob wir sie annehmen.

Wenn wir uns weigern, Verantwortung zu
tragen – verantworten wir die Weigerung.

Ob es nun existiert oder nicht: Dieses Virus ignoriert sämtliche Glaubens-Bekenntnisse. Es agiert parteiübergreifend; primär und sekundär. Es unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern, Vorlieben, arm und reich, Jugend oder Alter.

Jeder, der virusbezüglich die Situation von 2019 und davor zurück haben möchte, hat ein unlösbares Problem.

Man kann also verstehen, daß den „Rebellen“ (3) unter uns… diese Richtlinien stinken. Denn wenn sie sich einfach weigerten, sie in bestimmten sozialen Konstellationen zu beachten, gefährdeten sie möglicherweise einen von ihnen geliebten Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Wer will dafür schon die Verantwortung auf sich laden? Zumal hier niemand anderes verantwortlich gemacht werden könnte. Also: Doppelter Frust!

Hier paßt der Begriff  Dilemma

Bleibt also nur, gegen die Wand zu treten oder… einen Verursacher für diesen Frust ausfindig zu machen. 😣 Das wiederum geht ganz einfach über die klassische Technik der Feindbildung. 😃

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80 – 10 – 10

Eine einfache Formel, die das Verhalten der Menschen in akuten Krisen-Fällen plausibel wiedergibt: Etwa… 

80 % der Menschen folgen den Anweisungen,
10 % verstehen die Situation und handeln aus
sich heraus entsprechend verantwortungsvoll,
10 % der Menschen gehen trotzig in die Verweigerung.

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Aus der Praxis

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