Unser Wissen

Durch unser Wissen unterscheiden wir uns nur wenig, in unserer grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich.

– Karl Raimund Popper

Das sind weise Worte. 

Und was du hier sagst, gilt nicht nur für vermeintliches Wissen. Auch in dem, was wir denken, in dem, was wir sagen und in dem, was wir tun unterscheiden wir uns bei Licht betrachtet so minimal, daß es der Rede nicht wert ist.

In dem was wir sind, sind wir
ausnahmslos alle 100% gleich.

Wir sind Brüder. Ob wir uns nun gegenseitig erschlagen, oder nicht.

Nur, wenn wir verblendet sind und den Bruder nicht als Bruder erkennen, können wir Spielzeugbomben basteln und Krieg führen.

In Beethoven´s Ode an die Freude singt man: „Alle Menschen werden Brüder…“ Aber das ist falsch, denn…

Alle Menschen SIND Brüder.

Je genauer wir hinsehen, desto schneller schmelzen die Unterschiede dahin.

Gelehrtheit

Michel de Montaigne, Wissen Nirmalo, Weisheit,

So ist es halt. Danke, Michel. Es ist einfach wahr: Gelehrtheit nutzt uns nicht viel, kommt nicht auch noch die Weisheit hinzu.

Wissen kommt von Außen,
Weisheit… NUR von Innen.

Gelehrtheit trennt uns von der Weisheit unüberbrückbar ab. Aber die Leute trauen meist eher dem vermeintlichen Wissen anderer, als ihrer ihnen selbst innewohnenden Weisheit. Wovor diese Angst?

Es braucht nur ein bißchen Mut und…
die unbedingte Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit.

„Wenn man von Mitgefühl und von Weisheit spricht … von Intelligenz oder Wissen, ist es notwendig zu verstehen, daß wir wiederum über verschiedene Stufen und Arten von Wissen und Weisheit sprechen. Ganz allgemein betrachtet, gibt es das konventionelle Wissen, das sich auf unsere alltägliche Erfahrungswelt bezieht, und es gibt letztendliches Wissen, das sich auf die tieferen Aspekte der Wirklichkeit bezieht.“  Dalai Lama

Die selbe Notwendigkeit zur Differenzierung
besteht in Bezug auf das Wort:  Wahrheit  📌

Das Denken

Das Denken…  macht die
Größe des Menschen aus.

– Blaise Pascal

Hast du das von dem René Descartes? Der hat mal ähnlichen Unsinn erzählt: „Cogito ergo sum.“ Der Herr Lichtenberg blickt hier schon etwas tiefer:

„Es denkt“ sollte man sagen, so wie man sagt:
„Es blitzt“. Zu sagen „cogito“ ist schon zu viel.

– Georg Christoph Lichtenberg

Ja, weil es nicht der reinen Wahrheit entspricht, wenn man sagt: „Ich denke“. Denn schließlich ist eine gewonnene Erkenntnis auch nicht „meine Erkenntnis“. Ich kann sie mittels Verstand formulieren.  Das ist alles. Dadurch gehört sie mir noch nicht.

Mancher Schrifthersteller mag das aus seinem Ego und/oder aus monetären Gründen heraus anders sehen. Aber nur, wenn wir nicht wahrhaftig oder intelligent genug sind, können wir von „geistigem Eigentum“ reden.

Schöpfung

Das Universum kann sich selber aus dem Nichts erschaffen.

– Stephen Hawking

Aber das Nichts ist
nicht gleich Nichts.

Das Nichts ist bloß nichts, mit dem unser kleiner logisch funktionierender Verstand etwas anfangen könnte. Das Nichts ist zu groß für ihn. Der Verstand ist so wenig für das Nichts gebaut, wie der Vorschlaghammer für das Programmieren eines Roboters.

Wenn wir mit dem Verstand identifiziert sind – und somit die Weisheit außen vor lassen – glauben wir, mit dem Fingerhut den Himmel ausschöpfen zu können.

Ohne den Einfluß der Weisheit ist
der Verstand so dumm wie Stroh.

Zweite Perspektive: Das Universum kann nichts erschaffen. – Auch nicht aus dem Nichts. Aufgrund der Funktion unserer Sinne im Zusammenspiel mit dem Verstand, glauben wir schlußfolgernd (Interpretation), Geschehen wahrzunehmen.

Dieses  g e s c h e h e n  ist  Einheit.

Es gibt keinen Nanometer Trennung in dem Geschehen, das du hier erschaffen nennst. Nichts und Niemand erschafft und nichts wird erschaffen, von niemand – auch nicht vom Universum.

In unserem überschaubaren Verständnis-Radius hingegen, im gesellschaftlichen Leben, macht die Annahme von Dualität Sinn. Hier unterscheiden wir vernünftigerweise das schaffende Subjekt vom geschaffenen Objekt.

Genauso wie ein Kind, das in einem Sandkasten einen „Kuchen backt“:
Das Kind (Subjekt) → verfolgt die Absicht (Idee, Skizze) → über das
Mittel Förmchen (Matrize, Werkzeug) → den Sand (Objekt), → seine
Form, → seine Funktion und → seine (ideelle) Wertigkeit zu ändern.

Hier ist der Verstand von Nutzen.

Logisches Denken

Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens,
wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt
gebunden ist.

– Albert Einstein

„…gebunden zu sein  s c h e i n t“ muß es hier heißen.

Denn auch das Endprodukt einer Erfindung ist nicht wirklich „an die logische Gestalt gebunden“. Das scheint uns bloß so: In der Rückschau.

Und ja, du hast Recht:  Erfinden ist kein Ergebnis logischen Denkens.

Das Erfinden hat mehr mit dem Feld des Lernens und dem Feld der Intuition, oder dem der Eingebung (Einfall) zu tun als mit dem Feld des Denkens.

Intuition und Denken haben keine Verbindung, sie wirken auf verschiedenen Ebenen. Das Denken gehört der Horizontalen an, die Intuition der Vertikalen.

Die LOGIK ist bloß eine Art Schraubendreher des Verstandes. Als unterstützendes Hilfs-Werkzeug ist sie gelegentlich nützlich – ansonsten hat sie keinen Wert.

Der Grad der Geistigen Reife eines Menschen ist von größerer Bedeutung. Der Grad seiner Bewußtheit, der Grad an Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit, oder seine Fähigkeit, vertrauen zu können.

Dies alles ist von hohem Wert und die Logik… hat nur Hilfsfunktion.

Soll aber eine Maschine konstruiert und gebaut werden, soll etwas tabelliert werden oder steht der nächste Einkauf an, zeigt sich die Logik als praktisches, also nützliches Instrument.

Für  Unwesentliches  ist der Verstand
nütze, für Wesentliches ist er zu klein.

Für die Wissenschaft reicht er im im Großen Ganzen aus, da sie (derzeit) nicht besonders anspruchsvoll ist.

Anpassung

Es ist leichter, gehorchen, als befehlen zu lernen.

– Niccoló Machiavelli

Klar, denn wenn du befiehlst, stehst du allein da, forderst du heraus, bist du immer angreifbar, bist du Zielscheibe für alle möglichen Sorten von Anfeindung. Du bist, für jeden sichtbar, selbst verantwortlich und… mußt alles allein entscheiden.

Wenn du gehorchst, folgst du einfach der Angst. Du kannst dich hinter dem Befehl verstecken, dich fast unsichtbar machen. Du suchst Schutz und gibst die Verantwortung für dein Handeln an den Befehlenden ab. Gehorsam (Unterwerfung) ist um vieles einfacher als das Kommandieren.

Das Bedürfnis nach Anpassung…  ist kollektiv
gesehen größer, als das Bedürfnis, zu befehlen.

Archaisch gesehen ist das Befehlen
Angriff und das Gehorchen Flucht.

Diese psychologischen Mechanismen funktionieren wie am Schnürchen.

Meistens findet sogar der, der ihnen Furcht
einflößt, mehr Folgsamkeit und Gehorsam
als der, der ihnen Liebe entgegenbringt.

– Niccoló Machiavelli

Gut beobachtet, Niccoló. 😎

Zudem generiert er mehr Aufmerksamkeit und Achtung. Man setzt mehr Vertrauen in seine Stärke und er bekommt wesentlich mehr Unterstützung als der, der ihnen Liebe entgegenbringt.

Anpassung  📌

Denken

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.

– Platon

So allgemein formuliert…
spräche das nicht für unsere Seele, auch nicht für den Göttlichen Funken in uns.

Experimentell kann der geneigte Leser mal konsequent alles notieren, was sein Verstand an einem einzigen Tag denkend alles absondert. Das Ergebnis dieser Notizen wird niemand mit seiner Seele in Verbindung bringen wollen: Soo viel dummes Zeug!

Ja, es gibt eine Möglichkeit… Aber dazu muß man in die Stille gehen. In der Stille können Sätze auftauchen, „die wir uns niemals gedacht hätten“. Sie haben eine andere Qualität. Jetzt, während der Tagesverstand ruht, und streng genommen gar kein Denken stattfindet, könnte man vielleicht… von einem „Selbstgespräch der Seele“ sprechen.

In diesem Moment befinden wir uns…
auf einer reiferen Ebene unseres Seins.