Das Denken

Das Denken…  macht die
Größe des Menschen aus.

– Blaise Pascal

Hast du das von dem René Descartes? Der hat mal ähnlichen Unsinn erzählt: „Cogito ergo sum.“ Der Herr Lichtenberg blickt hier schon etwas tiefer:

„Es denkt“ sollte man sagen, so wie man sagt:
„Es blitzt“. Zu sagen „cogito“ ist schon zu viel.

– Georg Christoph Lichtenberg

Ja, weil es nicht der reinen Wahrheit entspricht, wenn man sagt: „Ich denke“. Denn schließlich ist eine gewonnene Erkenntnis auch nicht „meine Erkenntnis“. Ich kann sie mittels Verstand formulieren.  Das ist alles. Dadurch gehört sie mir noch nicht.

Mancher Schrifthersteller mag das aus seinem Ego und/oder aus monetären Gründen heraus anders sehen. Aber nur, wenn wir nicht wahrhaftig oder intelligent genug sind, können wir von „geistigem Eigentum“ reden.

Logisches Denken

Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens,
wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt
gebunden ist.

– Albert Einstein

„…gebunden zu sein  s c h e i n t“ muß es hier heißen.

Denn auch das Endprodukt einer Erfindung ist nicht wirklich „an die logische Gestalt gebunden“. Das scheint uns bloß so: In der Rückschau.

Und ja, du hast Recht:  Erfinden ist kein Ergebnis logischen Denkens.

Das Erfinden hat mehr mit dem Feld des Lernens und dem Feld der Intuition, oder dem der Eingebung (Einfall) zu tun als mit dem Feld des Denkens.

Intuition und Denken haben keine Verbindung, sie wirken auf verschiedenen Ebenen. Das Denken gehört der Horizontalen an, die Intuition der Vertikalen.

Die LOGIK ist bloß eine Art Schraubendreher des Verstandes. Als unterstützendes Hilfs-Werkzeug ist sie gelegentlich nützlich – ansonsten hat sie keinen Wert.

Der Grad der Geistigen Reife eines Menschen ist von größerer Bedeutung. Der Grad seiner Bewußtheit, der Grad an Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit, oder seine Fähigkeit, vertrauen zu können.

Dies alles ist von hohem Wert und die Logik… hat nur Hilfsfunktion.

Soll aber eine Maschine konstruiert und gebaut werden, soll etwas tabelliert werden oder steht der nächste Einkauf an, zeigt sich die Logik als praktisches, also nützliches Instrument.

Für  Unwesentliches  ist der Verstand
nütze, für Wesentliches ist er zu klein.

Für die Wissenschaft reicht er im im Großen Ganzen aus, da sie (derzeit) nicht besonders anspruchsvoll ist.

Denken

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.

– Platon

So allgemein formuliert…
spräche das nicht für unsere Seele, auch nicht für den Göttlichen Funken in uns.

Experimentell kann der geneigte Leser mal konsequent alles notieren, was sein Verstand an einem einzigen Tag denkend alles absondert. Das Ergebnis dieser Notizen wird niemand mit seiner Seele in Verbindung bringen wollen: Soo viel dummes Zeug!

Ja, es gibt eine Möglichkeit… Aber dazu muß man in die Stille gehen. In der Stille können Sätze auftauchen, „die wir uns niemals gedacht hätten“. Sie haben eine andere Qualität. Jetzt, während der Tagesverstand ruht, und streng genommen gar kein Denken stattfindet, könnte man vielleicht… von einem „Selbstgespräch der Seele“ sprechen.

In diesem Moment befinden wir uns…
auf einer reiferen Ebene unseres Seins.