KI / Entscheidung

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Einspruch, Nirmalo ! Das ist so nicht ganz zutreffend. 

  • Maschinen können nichts verantworten.

Das ist richtig, aber: 

  • Maschinen können nicht entscheiden, sie müssen entscheiden.

Sie sind so programmiert, daß sie „entscheiden“ und wie sie entscheiden. Sie haben keine Wahl (-Freiheit). Und selbst das ist nicht ganz richtig: Maschinen entscheiden nicht wirklich,

  • Maschinen funktionieren. 

Zwischen dem Impuls, auf den die Maschinen reagieren müssen und der auf den Impuls folgenden Reaktion existiert kein Entscheidungs-Spielraum. Den wir Menschen brauchen, wenn wir zunächst – also vor unserer Reaktion – reflektieren wollen:

Denken braucht Zeit.

Im Gegensatz zum Menschen sind Maschinen unabhängig von Art und Umfang der das Programm bestimmenden Algorithmen  grundsätzlich nicht frei in ihrer Entscheidung. Sie haben keinen (eigenen) Willen. In Allem unterliegen sie dem Willen der (sie programmierenden) Menschen. 

Roboter sind in ihren „Entscheidungen“ nicht einmal annähernd so frei, wie die Pferde vor der Postkutsche.

Genau genommen ist es gar keine Entscheidung,
denn die setzt Freiheit zur Entscheidung voraus.

Betreff der (scheinbar !) autonom agierenden Maschinen kann man also maximal von Schein-Entscheidungen sprechen.

Nirmalo

PS: Teil unserer Freiheit ist, uns selbst widersprechen zu können.

Wissen / Weisheit

Isaac Asimov, Weisheit, Wissen, Wissenschaft, Schule, Bildung, Nirmalo,

Ja, es ist fatal, daß der Menschheit derzeit so viel an Wissen zur Verfügung steht, auch das wissenschaftlich gesammelte und das Ingenieurs-Wissen, aber die Geistige Reife des Menschen kollektiv gesehen, nicht mitgewachsen ist; daß die Weisheit auf der Strecke geblieben ist, weil unsere Schulweisheit von Weisheit nichts weiß. Das ist eine gefährliche Situation: So als würde man den Kindern Waffen an die Hand geben.

Anmerkung:

Wissen läßt sich sammeln, es ist objekthaft.
Weisheit jedoch läßt sich nicht ansammeln.

Aber warum sollten wir auch etwas sammeln wollen, was uns eh die ganze Zeit über zur Verfügung steht?

Wahrheit

Wir sind dazu geschaffen, die Wahrheit zu suchen;
sie zu besitzen ist das Vorrecht einer höheren Macht.

– Michel de Montaigne

Auch wenn er so schön klingt, muß deinem Satz widersprochen werden:

1. Die Wahrheit ist nicht etwas, welches irgend jemand besitzen könnte.
2. Niemand hat ein „Vorrecht“ auf die Wahrheit auch nicht eine „höhere Macht“.
3. Die Wahrheit muß und kann nicht gesucht und dann später… gefunden werden.

Was wir jedoch können, weil es in unserer Macht liegt:

Unsere Bereitschaft (!) beschließen, uns
der Wahrheit gegenüber offen zu halten.  

4. Ein „Vor-Recht“ auf Wahrheit zu beanspruchen ist schon deshalb blanker Unsinn, da sie eh uns allen — wie die Atemluft — permanent zur Verfügung steht.
5. Daß der Mensch keinen Sinn für die Wahrheit habe, daß sie übermenschlich sei, ist nur eine faule Ausrede derer, denen sie nicht sonderlich viel bedeutet.

Ein Geheimschlüssel zum Erkennen der Wahrheit ist die
fortwährende Einübung in die eigene Wahrhaftigkeit. 😎

Weisheit ist…

Weisheit ist nichts als eine Bereitschaft der Seele, eine Fähigkeit, eine geheime Kunst, jeden Augenblick, mitten im Leben, den Gedanken der Einheit denken, die Einheit fühlen und einatmen zu können.

– Hermann Hesse

Romantische Formulierungen fördern selten die Klarheit.

Weisheit ist nichts…
als eine Bereitschaft. – Hermann Hesse

So weit, so gut. Denn ja, genau so ist es. Doch leider geht der Satz dann noch weiter. 🙂

1. Weisheit ist kein (!) Denken, sondern eher ein spontanes Wissen.
2. Einheit IST.

Sie muß nicht erst…
und kann auch gar nicht gedacht werden.
Dafür ist der Verstand nicht gemacht. Seine Profession ist die Dualität.

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Fallen in die Mitte….  reicht aus.
Jenseits des Denkens ist Einheit.

Hermann Hesse: Weisheit ist eine geheime Kunst…“

…aber nur für jene, die darauf bestehen, sich selbst etwas vorzumachen und die Welt ausschließlich durch den Verstand betrachten zu wollen, denn: Die Weisheit ist weder geheim, noch ist sie eine Kunst (-fertigkeit) oder gar künstlich.

Weisheit ist überhaupt nichts Besonderes, nichts Spektakuläres!
Sie ist allen Menschen zugänglich. – Ausnahmslos. Zu jeder Zeit.

Philosophie

Die Philosophie aber muß sich
hüten, erbaulich sein zu wollen.

– Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Eine solche Philosophie, eine die „erbaulich sein will“, ist auch gar keine – sondern bloß Belletristik. Literarische Unterhaltung. Das Genießen logischer Analysen und ästhetischer FORMatierungen… haben mit Philosophie nichts zu tun.

Einzig die Liebe zu Wahrheit
und Weisheit ist Philosophie.

Alter & Reife

Die Menschen werden alt aber selten reif.

– Alphonse Daudet

So ist es wohl. Wir legen zu viel Wert auf das Wissen, auf den materiellen Komfort, auf den Erfolg – was immer das Wort „Erfolg“ auch beinhalten mag – aber auf die Geistige Reife besinnen wir uns meist erst dann…, wenn sonst nichts mehr geht.

Wir haben das Wachsen dem Reifen vorgezogen.

j. Moreau, Alter, Weisheit

Redlichkeit

Nichts erscheint jenen unredlich, die gewinnen.  

– Johann Wolfgang von Goethe

Das kann so nicht einwandslos stehen bleiben…

Der sich unredlich Verhaltende weiß meistens sehr wohl um seine Unredlichkeit. Nur hat er sich selber Prioritäten gesetzt, von denen er glaubt, daß sie ihm dermaßen wichtig sind, daß er ihnen seine sich ihm eher leise meldenden höheren Einsichten bedenkenlos opfern kann.

Der Gewinn (in was auch immer) kann die Priorität bilden, wenn den niederen Instinkten nachgegeben und gefolgt wird.

Einerlei wie gründlich verschüttet: Der Sinn und die Maßstäbe für edles Verhalten sind vorhanden. Im Standby-Modus.

Narretei

Auch wird man einsehen, daß Dummköpfen und Narren gegenüber es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet.

– Arthur Schopenhauer

So machst du dir nicht viele Freunde, Arthur. 🙂 Aber ja. Nur kommt es darauf an, auf welcher Ebene der Reife du gerne reden möchtest. Auf der albernen Ebene (2) kannst du auch mit Dummköpfen reden. Wenn es um Zynismus, Sarkasmus und andere Formen der Verachtung geht, sind sie gerne dabei.

Bei den Narren mußt du etwas genauer hinsehen. Unter ihnen tummeln sich auch gerne mal die weiseren (6) Leute. Denn wenn du dich selber gerade mal n i c h t auf der weisen Ebene befindest, kannst du Weisheit nicht erkennen. – Auch nicht die eines Narren.

Ansonsten ist dir zuzustimmen. Man rät sogar davon ab, „Perlen vor die Säue zu werfen“, denn das Höhere kann das Niedere nicht erreichen. Hier hat es keinen Zweck, zu reden.

Das Niedere muß sich erheben,
will es das Höhere „verstehen“.

Anders geht es nicht. Ähnliches gilt sogar im logischen Bereich: Wollte man z.B. mir etwas über höhere Mathematik erzählen, müßte ich, um es verstehen zu können, zunächst meine Voraussetzungen erweitern.

Also ja, eine Ausdrucksform der Klugheit besteht im Unterscheidungsvermögen; z.B. ob ein Gespräch angebracht ist, oder nicht.

 

Nachtrag: Ein Dummkopf, der Weisheit erkennt, ist kein Dummkopf.
Wer Weisheit mit bestimmten Personen verknüpft… ist einer. 😉